Könnte ein geopolitischer Konflikt letztlich zu höheren Kursen für Bitcoin führen? Laut Arthur Hayes, Mitbegründer der Kryptobörse BitMEX, ist das nicht ausgeschlossen. In einem aktuellen Blogbeitrag erklärt er, dass die US-Notenbank (Federal Reserve) die Geldpolitik lockern könnte, falls die USA sich langfristig in einen kostspieligen Konflikt mit dem Iran verwickeln.

Das könnte sich seiner Meinung nach positiv auf die Kryptomärkte auswirken.

Historisches Muster: Krieg und lockere Geldpolitik

Hayes verweist auf ein Muster seit 1985: Bei militärischer Intervention der USA im Nahen Osten habe die Federal Reserve oft Zinsen gesenkt oder die Geldmenge erhöht.

Er nennt unter anderem:

  • Den Golfkrieg 1990
  • Den Krieg gegen den Terror nach dem 11. September 2001
  • Die Truppenaufstockung in Afghanistan 2009

Laut Hayes führten all diese Perioden zu geldpolitischen Lockerungen. Der Gedanke dahinter ist einfach: Krieg kostet viel Geld. Niedrigere Zinsen und zusätzliche Liquidität erleichtern dem Staat die Finanzierung hoher Ausgaben.

Was passiert jetzt?

Am vergangenen Wochenende führten Israel und die USA Luftangriffe auf Ziele im Iran durch. Die geopolitischen Spannungen nehmen dadurch erneut zu.

Hayes meint, je länger Präsident Trump an einer kostspieligen „Nation-Building“-Strategie im Iran festhält, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Federal Reserve die Zinsen senkt oder zusätzliches Geld ins System pumpt.

Er warnt jedoch vor vorschnellen Schlüssen. „Wir wissen nicht, wie lange Trump bereit ist, Milliarden oder sogar Billionen Dollar auszugeben,“ schreibt er. Laut Hayes ist eine abwartende Haltung ratsam.

Warum wäre das gut für Bitcoin?

Wenn Zentralbanken die Zinsen senken oder Geld drucken, was als quantitative Lockerung bezeichnet wird, steigt die Liquidität im Finanzsystem.

Mehr Liquidität bedeutet im Allgemeinen:

  • Niedrigere Finanzierungskosten
  • Höhere Risikobereitschaft unter Investoren
  • Steigende Kurse von Risikoinvestitionen

Bitcoin gilt oft als Anlage, die von einer lockeren Geldpolitik profitiert. In Zeiten niedriger Zinsen und steigender Geldmenge gab es bereits starke Kursanstiege.

Hayes sagt, dass der Zeitpunkt für einen größeren Einstieg seiner Meinung nach kommt, sobald die US-Notenbank tatsächlich Zinsen senkt oder beginnt, Geld zu drucken, um die Staatsausgaben zu unterstützen.

Märkte bleiben vorerst ruhig

Auffällig ist, dass die Finanzmärkte bislang gelassen reagieren. Laut dem Makro-Newsletter The Kobeissi Letter eröffnen amerikanische Futures nur leicht im Minus. Auch der Ölpreis hat einen Großteil des anfänglichen Anstiegs wieder abgegeben.

Auf sozialen Medien nahm die Anzahl der Beiträge über einen „Dritten Weltkrieg“ zu, doch die Marktreaktion deutet nicht auf Panik hin.

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