Bitcoin (BTC)-Miner, die Wächter des Bitcoin-Netzwerks, haben seit Oktober über 15.000 BTC verkauft. Das bedeutet, dass sie Coins im Wert von Milliarden auf den Markt gebracht haben.

Damit weichen große Miningunternehmen von einer jahrelang beliebten Strategie ab: so viele wie möglich geschürfte Bitcoin in der Bilanz zu halten.

Ende der HODL-Strategie in Sicht

„Das HODL-Zeitalter neigt sich dem Ende zu“, heißt es im Newsletter Miner Weekly.

Diese 15.000 Bitcoin wurden von den börsennotierten Unternehmen Core Scientific, Cleanspark, Riot, Bitdeer und Cango verkauft. In der Grafik unten ist deutlich zu sehen, wie die Verkaufsdynamik im Laufe der Zeit zugenommen hat.

Oktober war der Monat, in dem der Bitcoin-Kurs seinen Höchststand erreichte. Danach fiel er stark ab, was viele Miningunternehmen zwang, ihre Schulden abzubauen und Bitcoin zu verkaufen.

Miningunternehmen haben hohe Kosten für Strom und Ausrüstung, die oft durch Kredite finanziert werden. Sinkt der Bitcoin-Kurs, verringern sich ihre Einnahmen und die Margen schrumpfen, sodass sie BTC verkaufen müssen, um Schulden und Betriebskosten zu decken.

Insbesondere Cango hat im letzten Monat stark verkauft. Das Unternehmen aus Texas veräußerte 4.451 BTC, etwa 60 Prozent seiner gesamten Reserven. Bitdeer ging noch weiter und liquidierte Berichten zufolge seinen gesamten Bitcoin-Bestand.

Auch MARA Holdings, der größte börsennotierte Bitcoin-Miner der Welt, sorgte diese Woche für Aufmerksamkeit. Neue Dokumente bei den Aufsichtsbehörden zeigen, dass das Unternehmen sowohl Bitcoin kaufen als auch verkaufen kann, um flexibel zu bleiben.

Laut Vizepräsident Robert Samuels bedeutet dies nicht, dass das Unternehmen massenhaft verkaufen will. MARA hält derzeit über 53.000 BTC und ist damit nach dem Unternehmen von Michael Saylor die zweitgrößte öffentliche Bitcoin-Holding.

Kapitalausstieg unter Minern ist übrigens nichts Neues. In Bärenmärkten werden die Margen oft so eng, dass schwächere Akteure ihre BTC verkaufen oder sogar aufgeben müssen. Historisch geschieht dies meist am Ende eines Bärenmarkts, wenn der Druck am größten ist.

Herausfordernde Zeiten für BTC-Miner

Die jüngsten Verkäufe zeigen, wie schnell sich die Strategie der Miner gewandelt hat. Während der Hausse 2024 und 2025 entschieden sich viele Unternehmen, ihre selbst geschürften Bitcoin als Unternehmensreserve zu halten.

Die Idee war simpel: Steigt der Kurs, erhöht sich automatisch der Wert der Bilanz.

Doch seit Oktober hat sich das Umfeld stark verschlechtert. Bitcoin hat mehr als die Hälfte seines Wertes verloren und das beginnt nun, viele Unternehmen zu belasten.

Zunehmend schauen Miner nun auf KI, um neue Einnahmequellen zu erschließen. Ihre Rechenzentren und leistungsstarken Computer können auch für künstliche Intelligenz und andere rechenintensive Aufgaben genutzt werden.

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