Bitcoin (BTC) erlebte am Mittwoch einen deutlichen Rückgang, nachdem die Spannungen im Nahen Osten erneut zunahmen. Der Bitcoin-Kurs fiel um 3,6 Prozent auf etwa 71.900 Dollar und gab damit den Großteil der Gewinne vom Wochenbeginn wieder ab.
Vor weniger als 24 Stunden erreichte BTC fast 76.000 Dollar. Dieser Aufwärtstrend wurde abrupt gestoppt, als Nachrichten über einen Angriff auf kritische Energieinfrastruktur im Iran bekannt wurden.
Angriff auf South Pars verschärft Energiemarkt
Direkter Auslöser der Unruhe ist ein israelisch-amerikanischer Angriff auf das South Pars-Gasfeld. Dieses Feld, das Iran mit Katar teilt, macht etwa 70 bis 75 Prozent der iranischen Gasproduktion aus und gehört zu den wichtigsten Energiequellen weltweit.
Der Angriff zielte auf Gasverarbeitungsanlagen in der Hafenstadt Assaluyeh. Laut iranischen Staatsmedien wurden zwei Raffinerien stillgelegt, mit einer gemeinsamen Kapazität von etwa 100 Millionen Kubikmetern pro Tag.
Es ist das erste Mal seit Ausbruch des Krieges am 28. Februar, dass diese lebenswichtige Gasinfrastruktur getroffen wird. Iran reagierte sofort mit Drohungen von Vergeltungsangriffen auf Energieanlagen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar.
Die Auswirkungen auf die Märkte waren sofort sichtbar. Der Ölpreis schnellte in die Höhe, wobei Brent um über sechs Prozent auf fast 110 Dollar pro Barrel stieg. Auch der europäische Gaspreis sprang um mehr als neun Prozent.
Laut Hanson Birringer, Geschäftsführer bei Flowdesk, kippte die Stimmung schnell. Er betont, dass der Kryptomarkt besonders empfindlich reagiert, insbesondere da die geopolitischen Spannungen mit einem breiteren Verkaufsdruck bei Technologiewerten zusammenfallen.
Nicht nur Bitcoin erlitt Verluste. Auch Ethereum (ETH) und Solana (SOL) fielen beide um etwa fünf Prozent.
Inflationsschock aus den USA verstärkt Druck auf Bitcoin-Kurs
Als ob die geopolitischen Spannungen nicht genug wären, kamen auch enttäuschende Inflationszahlen aus den USA. Die Erzeugerpreise stiegen um 0,7 Prozent im Monatsvergleich, deutlich über der Erwartung von 0,3 Prozent.
Der Producer Price Index gilt als früher Indikator für Inflation. Wenn Produzenten höhere Kosten haben, werden diese oft an die Verbraucher weitergegeben. Die steigenden Energiepreise durch den Konflikt in der Straße von Hormus sind hierin noch nicht einmal vollständig berücksichtigt.
Das bedeutet, dass der Inflationsdruck in der kommenden Zeit weiter zunehmen könnte.
Zinssenkung bleibt fern, Druck auf Krypto hält an
Die Kombination aus steigender Inflation und geopolitischen Spannungen erschwert es der Federal Reserve, die Zinsen zu senken. Die Zentralbank möchte erst deutliche Anzeichen dafür sehen, dass die Inflation nachlässt. Diese Zahlen deuten jedoch auf das Gegenteil hin.
Höhere Zinsen über längere Zeiträume machen traditionelle Anlagen wie Anleihen attraktiver. Das übt Druck auf risikoreiche Assets wie Krypto und Aktien aus.
Bitcoin kämpft weiter um 70.000 Dollar
Der jüngste Rückgang fügt sich in ein breiteres Muster ein. Versuche, die Marke von 70.000 Dollar zu durchbrechen, scheitern regelmäßig, da Kurzzeitinvestoren Gewinne mitnehmen. Dadurch bleibt das Aufwärtsmomentum begrenzt.
Bitcoin liegt immer noch etwa 40 Prozent unter dem Rekordniveau von etwa 126.000 Dollar, das Anfang des Jahres erreicht wurde. Die Nachfrage nach BTC steht unter Druck durch die Geldpolitik, geopolitische Unsicherheiten und das nachlassende institutionelle Interesse.
Dennoch vorsichtige Erholung unter der Oberfläche sichtbar
Trotz des jüngsten Rückgangs gibt es auch Anzeichen für eine Stabilisierung. Laut Daten von Glassnode entwickelt sich der Markt vorsichtig positiv, auch wenn die Aktivität auf der Blockchain relativ gering bleibt.
Außerdem verzeichnen Bitcoin-ETFs erneut Zuflüsse. Amerikanische Spot-ETFs zogen in der vergangenen Woche über 750 Millionen Dollar an. Das ist die dritte Woche in Folge mit Nettomittelzuflüssen, ein Zeichen dafür, dass institutionelle Akteure langsam zurückkehren.
Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve und die Pressekonferenz von Vorsitzendem Jerome Powell später am Tag.
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