Die Meinungen über Bitcoin (BTC) sind unter Händlern weiterhin geteilt. Einige sehen es als das ultimative Mittel zur Wertaufbewahrung, während andere es als wertlos betrachten und mit einer Blase vergleichen, ähnlich wie die Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts. Doch trifft dieses Bild zu?
Die Kritik an Bitcoin
Es gibt Kritiker, die Bitcoin als eine finanzielle Blase betrachten. Ein häufig vorgebrachter Vorwurf ist, dass die Kryptowährung keinen intrinsischen Wert habe. Michael Burry, bekannt aus The Big Short und für seine frühe Vorhersage der Finanzkrise von 2008, gehört zu den Experten, die BTC scharf kritisieren. Er nannte die digitale Währung kürzlich „die Tulpenzwiebel unserer Zeit“.
Laut Burry ist Bitcoin nicht nur wertlos, sondern begünstigt auch kriminelle Aktivitäten, da es anonyme Transaktionen ermöglichen soll. Dieses Bild stimmt jedoch nicht vollständig.
Viele Handelsplattformen erfüllen heute strenge „Know Your Customer“ (KYC)-Regeln, wodurch sich Nutzer identifizieren müssen und nicht einfach anonym handeln können. Außerdem ist jede Transaktion auf der Blockchain öffentlich einsehbar. Sobald bekannt ist, wer hinter einer Adresse steht, kann die gesamte Transaktionshistorie nachverfolgt werden.
Obwohl Burry es selbst nicht erwähnte, verweisen viele Kritiker auch auf den hohen Energieverbrauch des Netzwerks. Der Mining-Prozess, bei dem Transaktionen verarbeitet werden, verbraucht inzwischen mehr Strom als ganze Länder wie Polen oder Thailand, so Daten von Digiconomist. Dennoch muss das nicht zwangsläufig ein Kritikpunkt sein.
Befürworter heben hervor, dass das Netzwerk im Gegenzug etwas Wertvolles bietet: ein globales, dezentrales System zur Wertaufbewahrung und für Transaktionen ohne Zwischenhändler. Auch der Abbau von Gold kostet weltweit enorme Mengen an Energie, Geld und Ressourcen, und doch wird dies aufgrund des Wertes, den Gold repräsentiert, akzeptiert. Bei Bitcoin gilt das gleiche Prinzip.
Weitere bekannte Kritiker von Bitcoin sind der einflussreiche Investor Warren Buffett, der die digitale Währung einst als „Rattengift hoch zwei“ bezeichnete. Auch Peter Schiff sieht BTC als spekulative Blase, eine Meinung, die er seit 2013 vertritt. Kürzlich nannte er es „einen gigantischen Pump-and-Dump“ und wiederholte seine Erwartung, dass Bitcoin letztlich auf null fallen wird.
Warum Bitcoin doch Wert hat
Was viele Kritiker übersehen, ist, dass jede Form von Geld oder Wertaufbewahrung letztlich auf kollektiver Übereinkunft basiert. Wie bei Gold resultiert der Wert von Bitcoin aus kollektivem Vertrauen. Auch Fiat-Währungen wie der Euro leiten ihren Wert nicht aus etwas Greifbarem ab, sondern aus dem Vertrauen, das wir als Gesellschaft in sie setzen.
Dass wir bereit sind, Produkte und Dienstleistungen gegen Euros zu tauschen, liegt schlichtweg daran, dass wir gemeinsam daran glauben. In einigen Ländern geht das jedoch durch Misswirtschaft der Regierung schief. Man schaue nur auf die jüngsten Entwicklungen in Ländern wie Venezuela, der Türkei und Argentinien.
Menschen werden letztlich Geld basierend auf Vertrauen und Eigenschaften verwenden. Gold hatte in der Geschichte Wert aufgrund seiner einzigartigen Merkmale: Es ist knapp, langlebig, teilbar und schwer zu fälschen.
Der Entwickler von Bitcoin, Satoshi Nakamoto, übernahm all diese Eigenschaften, jedoch in digitaler Form. Dadurch ist die Währung vergleichbar mit Gold, aber in vielen Aspekten sogar mächtiger. Bitcoin ist nicht nur knapp und unmöglich zu fälschen, sondern kann auch weltweit in wenigen Minuten versendet werden. In diesem Sinne ist es digitales Gold mit Superkräften.
Der Unterschied zur Tulpenmanie
Die Tulpenmanie begann im 17. Jahrhundert in den Niederlanden, als seltene Tulpen bei wohlhabenden Bürgern populär wurden. Die Preise einiger Zwiebeln stiegen extrem, allein aufgrund des Glaubens der Menschen, sie später mit Gewinn weiterverkaufen zu können. Aber Tulpen sind empfindlich: Wer eine Zwiebel zu lange aufbewahrte oder falsch behandelte, konnte seine Investition vollständig verlieren.
Bitcoin ist grundlegend anders. Es kann nicht vergehen und bleibt funktionsfähig, solange das Netzwerk aktiv ist. Tulpenzwiebeln stiegen vor allem durch Spekulation und Status. Bitcoin hingegen verdankt seinen Wert der Knappheit, Dezentralisierung und technologischen Eigenschaften. Es ist eine digitale Form der Wertaufbewahrung, konzipiert für eine digitale Welt.
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