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Ein britischer Mann verklagt seine Ex-Frau, weil sie ihm zufolge mehr als 2.300 Bitcoin (BTC) gestohlen hat, was auf dem Höhepunkt rund 180 Millionen Pfund wert war. Der Fall, der jetzt in London verhandelt wird, könnte erhebliche Auswirkungen auf die rechtliche Behandlung digitaler Vermögenswerte in England haben.
Ping Fai Yuen behauptet, dass seine Ex-Frau Fun Yung Li mit einem Hacker zusammenarbeitete, um Zugang zu seiner Cold Wallet zu erhalten und die Bitcoin an sich selbst zu übertragen.
Yuen sagt, er habe den Diebstahl nach einem Hinweis seiner Tochter entdeckt. Daraufhin nahm er heimlich ein Gespräch seiner Ex-Frau auf, in dem sie mit einer unbekannten Person über Wege sprach, Kontrollen zur Geldwäsche zu umgehen.
Li, die inzwischen in Hongkong lebt, bestreitet jegliche Beteiligung. Ihre Antwort an das Gericht beschränkte sich auf einen einzigen Satz, in dem sie angab, keine relevanten Informationen zu haben. Der Richter bezeichnete diese Erklärung als eine pauschale Ablehnung.
Der Fall hat auch eine Kehrseite. Nachdem Yuen den Diebstahl seiner Bitcoin entdeckte, konfrontierte er seine Ex-Frau und verübte Körperverletzung an ihr. Er wurde verhaftet und bekannte sich 2024 schuldig der Körperverletzung mit körperlichem Schaden.
Der Fall offenbart eine auffällige Lücke im englischen Recht. Richter Barry Cotter entschied, dass Yuen seine Ex-Frau nicht wegen Diebstahls digitaler Vermögenswerte unter der aktuellen Gesetzgebung verklagen kann. Der Grund: Im Gegensatz zu einem Gemälde oder einer Uhr ist Kryptowährung kein physisches Objekt. Nach englischem Recht gilt ein Diebstahlsanspruch nur für Dinge, die man buchstäblich in den Händen halten kann.
Das ist bemerkenswert, denn die britische Regierung führte erst letztes Jahr das Gesetz für digitale Vermögenswerte ein. Doch selbst dieses Gesetz löst das spezifische Problem nicht.
Yuens Anwälte verwiesen den Richter auf Gerichtsverfahren in Kanada, Neuseeland und mehreren US-Bundesstaaten, in denen Zivilklagen über gestohlene Krypto zugelassen wurden. Der Richter nannte diesen Fall „fruchtbaren Boden“, um das juristische Vakuum möglicherweise zu füllen.
Wenn der Fall bis zu einem vollständigen Prozess fortschreitet, könnte es das erste Mal sein, dass ein englisches Gericht über die zivilrechtliche Behandlung gestohlener Kryptowährungen urteilt. Für die Millionen Briten, die Krypto besitzen, könnte das weitreichende Folgen haben. Derzeit genießt man in England mehr rechtlichen Schutz, wenn jemand die Uhr stiehlt, als wenn jemand Millionen an Bitcoin aus der Wallet entwendet.
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