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Der Kurs von Bitcoin (BTC) steht erneut unter Druck. Während die Kryptowährung Anfang Oktober noch ein Rekordhoch markierte, notiert sie inzwischen mehr als ein Drittel darunter. Bei Binance sieht man darin allerdings keine außergewöhnliche Bewegung. Laut CEO Richard Teng passt die Volatilität von Bitcoin derzeit überraschend gut zu dem, was auch in anderen großen Märkten passiert.
Bei einer Medienrunde in Sydney erklärte Teng, dass alle Märkte Phasen kennen, in denen Risiko abgebaut wird. Genau das sei momentan zu beobachten. „Was du siehst, passiert nicht nur bei Kryptopreisen“, sagte er. Anleger reduzierten ihre Positionen, und das sei ebenso in den traditionellen Märkten zu erkennen.
Bitcoin wird derzeit bei 83.500 US-Dollar gehandelt – fast 34 Prozent unter dem Rekordstand von gut 126.000 Dollar am 6. Oktober. Auch die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung ist zurückgegangen, von 4,28 auf rund 2,87 Billionen Dollar. Teng hält diese Bewegung dennoch nicht für besorgniserregend.
Der CEO verweist darauf, dass die Branche innerhalb von anderthalb Jahren enorm zugelegt hat. „In den vergangenen 1,5 Jahren hat sich der Kryptosektor sehr gut entwickelt, daher ist es nicht überraschend, dass Anleger Gewinne mitnehmen“, sagte er. Eine ruhigere Phase sei sogar „gesund für die Industrie“, weil der Markt so wieder ein neues Gleichgewicht finden könne.
Im Vergleich zu traditionellen Märkten bleibt Bitcoin zwar eine Anlage mit starken Ausschlägen, doch dieses Bild wandelt sich allmählich. Zahlen von BitBo zeigen, dass die sogenannte 60-Tage-Volatilität in diesem Jahr auf 2,44 Prozent gestiegen ist. Dieser Wert misst, wie stark der Kurs im Durchschnitt über einen Zeitraum von sechzig Tagen schwankt. Im historischen Vergleich ist das relativ ruhig.
Vor zehn Jahren lag die jährliche Volatilität laut 21Shares noch bei 181 Prozent – ein Niveau, das extrem große Bewegungen innerhalb eines Jahres bedeutet. In diesem Jahr fiel dieser Wert zeitweise sogar auf 23 Prozent, was zeigt, dass sich der Bitcoin Kurs in dieser Phase deutlich stabiler entwickelte als früher.
Während der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten gab es sogar einen Moment, in dem der S&P 500 stärker schwankte als Bitcoin. Diese Situation hielt jedoch nicht lange an. Laut V-Lab liegt die jährliche Bitcoin-Volatilität inzwischen wieder deutlich über 50 Prozent, während der S&P 500 knapp über 15 Prozent notiert.
Im Technologiesektor gibt es allerdings einzelne Aktien, die noch deutlich stärker schwanken. Tesla, AMD und Super Micro Computer weisen allesamt eine Volatilität von über 65 Prozent auf. Das sind jedoch Ausreißer und nicht die Regel.
Teng hält dennoch daran fest, dass Bitcoin in der aktuellen Phase ähnliche Bewegungen zeigt wie andere große Assetklassen. Der Markt brauche vor allem Zeit, um „wieder zu Atem zu kommen“. Offen bleibt, wie lange Anleger diese Geduld noch aufbringen.
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