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Die belgischen Behörden haben einen 19-jährigen Verdächtigen festgenommen, der nach Angaben der Justiz eine zentrale Rolle in einem europäischen Phishing- und Geldwäschenetzwerk gespielt haben soll.

Die kriminelle Organisation soll mehr als 500.000 Euro erbeutet haben, indem sie Opfer mit gefälschten E-Mails und Anrufen täuschte, die scheinbar von Behörden stammten. Ein Teil des gestohlenen Geldes wurde den Ermittlern zufolge über Kryptowährungen gewaschen, was die Nachverfolgung der Geldströme erheblich erschwerte.

Festnahme in einem Airbnb in Antwerpen

Der Verdächtige wurde in Antwerpen festgenommen, während er sich in einem Airbnb aufhielt. Bei dem Polizeieinsatz trafen die Beamten auch auf einen zweiten Verdächtigen. Die Ermittlungen der Föderalen Kriminalpolizei begannen im März, nachdem Phishingkriminalität in der Region zur Priorität erklärt worden war.

Nach seiner Festnahme wurde der 19-Jährige einem Untersuchungsrichter vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ. Die Ermittlungen zu möglichen weiteren Beteiligten dauern an.

Den Ermittlungen zufolge kontaktierten die Verdächtigen ihre Opfer mit überzeugend wirkenden E-Mails und Telefonaten, die angeblich von Behörden stammten. Anschließend brachten sie die Betroffenen dazu, Software zu installieren, mit der die Täter aus der Ferne Zugriff auf Computer oder Smartphones erhielten.

Mit diesem Zugriff konnten die Betrüger persönliche Daten abgreifen und Bankkonten leerräumen. Das gestohlene Geld wurde anschließend über sogenannte Finanzagenten weitergeleitet. Dabei handelt es sich um Personen, die ihr Bankkonto zur Verfügung stellen, um kriminelle Gelder durchzuschleusen. Danach wurde ein Teil der Erlöse in Coins umgewandelt, um die Herkunft des Geldes zu verschleiern.

Der Fall zeigt, dass Krypto nicht nur ein Ziel von Cyberkriminellen ist, sondern auch immer häufiger genutzt wird, um illegal erlangtes Geld zu waschen.

Phishing bleibt größte Gefahr für Krypto-Anleger

Phishing zählt seit Jahren zu den größten Risiken im Kryptosektor. Anders als Angriffe auf Software oder Blockchain-Netzwerke zielen Phishingattacken vor allem auf menschliche Fehler und fehlgeleitetes Vertrauen.

Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Hacken gingen im ersten Quartal 2026 weltweit rund 482 Millionen Dollar durch Cyberkriminalität im Kryptosektor verloren. Davon entfielen 306 Millionen Dollar auf Phishing und Social Engineering. Bei solchen Angriffen werden Opfer dazu gebracht, sensible Daten oder Zugangscodes preiszugeben.

Cyberkriminelle missbrauchen zudem immer häufiger Google-Anzeigen, um Opfer auf nachgebaute Websites bekannter Kryptoplattformen zu locken. Mehreren Sicherheitsforschern zufolge hat die Zahl solcher Kampagnen in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen.

Auch einige der größten Krypto-Diebstähle begannen mit Phishing. Das Blockchain-Sicherheitsunternehmen CertiK verweist unter anderem auf den Angriff auf die Ronin Bridge im Jahr 2022, bei dem rund 600 Millionen Dollar erbeutet wurden. Der Angriff begann mit einem falschen Recruiter auf LinkedIn, der einem Mitarbeiter eine mit Malware infizierte PDF-Datei zuschickte.

Die Festnahme in Belgien steht Experten zufolge für eine breitere Entwicklung, bei der Phishing zunehmend zu einer internationalen Form organisierter Cyberkriminalität wird. Digitale Betrugsmaschen, Geldwäsche und Krypto greifen dabei immer häufiger ineinander. Für Krypto-Anleger bleibt daher eine Lehre unverändert: Die größte Schwachstelle ist meist nicht die Technologie, sondern der Nutzer, der getäuscht wird.

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