Der Bitcoin-Kurs könnte 2026 wieder neue Rekordhöhen erreichen, trotz der schwachen Performance im Vergleich zu Gold und Technologieaktien im letzten Jahr. Das meint Arthur Hayes, Mitbegründer von BitMEX. Für Hayes hängt alles letztlich von einem Faktor ab: der Liquidität in US-Dollar.
Mehr Dollar im Umlauf
„Wenn Gold und der Nasdaq derzeit im Mittelpunkt stehen, wie kann Bitcoin dann wieder an Bedeutung gewinnen? Das geht nur, wenn die Dollarliquidität zunimmt,“ schreibt Hayes. Genau dieses Szenario hält er für 2026 für wahrscheinlich.
Hayes sieht mehrere Katalysatoren, die zu einer deutlichen Lockerung der finanziellen Bedingungen führen könnten. So geht er davon aus, dass die Federal Reserve ihre Bilanz erneut ausweiten wird, was zusätzliche Geldschöpfung bedeutet. Er verweist auch auf sinkende Hypothekenzinsen und eine steigende Bereitschaft der Geschäftsbanken, Kredite an strategische Sektoren zu vergeben, die von der US-Regierung unterstützt werden.
Laut Hayes spielt Geopolitik dabei eine entscheidende Rolle. Die Vereinigten Staaten werden darauf bedacht sein, ihre militärische Position zu halten, was umfangreiche Investitionen erfordert. „Das bedeutet Produktion, und diese wird über das Bankensystem finanziert,“ erklärt er. Dieser Prozess erhöht die Geldmenge und begünstigt laut Hayes letztlich Bitcoin.
Liquidität erklärt Rückstand
Im Jahr 2025 schnitt Bitcoin deutlich schlechter ab als andere große Anlagen. Gold legte kräftig zu und Technologieaktien profitierten von der weltweiten KI-Rally. Hayes argumentiert, dass dies keine strukturelle Ablehnung von Bitcoin darstellt, sondern auf eine knappere Dollarliquidität zurückzuführen ist.
Seiner Meinung nach wurde künstliche Intelligenz faktisch von den USA und China „verstaatlicht“. Staatliche Investitionen sorgten dafür, dass Kapital weiterhin in KI fließt, ungeachtet des direkten Ertrags. Bitcoin, das keine staatliche Unterstützung hat, spürte deutlich die Auswirkungen der rückläufigen Liquidität.
Bitcoin als monetäre Technologie
Hayes betrachtet Bitcoin primär als monetäre Technologie. Sein Wert hängt damit zusammen, wie stark traditionelle Währungen verwässert werden. „Solange es eine monetäre Entwertung gibt, ist der Wert von Bitcoin größer als null,“ bemerkt er. Für Kurse um oder über 100.000 Dollar sei jedoch eine kontinuierliche Lockerung der Geldpolitik notwendig.
Mit anderen Worten: Gold und der Nasdaq haben aktuell die Oberhand, aber wenn die Geldschleusen weiter geöffnet werden, kann Bitcoin wieder Boden gutmachen. Hayes erwartet, dass sich dieses Muster 2026 deutlicher abzeichnet.
Seine Einschätzung ist nüchtern, aber optimistisch: Die schwache Performance von Bitcoin im Jahr 2025 sagt vor allem etwas über die Liquidität aus, nicht über die langfristige Perspektive. Wenn die Liquidität zurückkehrt, könnte Bitcoin laut ihm wieder aufholen und möglicherweise erneut in den Mittelpunkt rücken.
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