Der argentinische Präsident Javier Milei steht im Zentrum eines Skandals. Er wird der Betrugsdelikte beschuldigt aufgrund seiner Rolle im LIBRA-Kryptoskandal, einem Projekt, das rasant in die Höhe schoss, aber ebenso schnell wieder zusammenbrach.
Milei fördert die LIBRA-Kryptowährung
Am Freitagabend stellte Milei mit Überzeugung den LIBRA-Token über sein X-Konto ins Rampenlicht. Er lobte das Projekt als eine private Initiative, die der argentinischen Wirtschaft einen Schub verleihen würde, indem kleine Unternehmen und Start-ups unterstützt werden.
Zunächst schien es ein Erfolg zu sein. Der Wert des Tokens stieg rasant an und erreichte eine Marktkapitalisierung von mehr als 4 Milliarden Dollar. Doch das Märchen verwandelte sich schnell in einen Albtraum. Innerhalb weniger Stunden stürzte der Kurs um satte 96%, wodurch zahlreiche Investoren ihr hart verdientes Erspartes auf einen Schlag verloren.
Anklage wegen Betrugs
Milei befindet sich mittlerweile in einer unangenehmen und beschämenden Situation. Als Präsident hat seine enthusiastische Empfehlung des LIBRA-Tokens zu erheblichen Verlusten bei den Argentiniern geführt. Mittlerweile wissen wir, dass 82% der Tokens in den Händen einer Gruppe von Wallets waren. Kurz darauf zogen die Entwickler 87 Millionen Dollar aus den Liquiditätspools ab, was den Wert des Tokens zum Einsturz brachte.
Eine Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Am Sonntag wurde eine offizielle Anklage bei einem argentinischen Strafgericht eingereicht. Eine Gruppe von Anwälten und politischen Gegnern, darunter der ehemalige Zentralbankchef Claudio Lozano, beschuldigt Milei der Beteiligung an einer kriminellen Verschwörung mit Kelsier Ventures, dem Unternehmen hinter dem Token. Laut den Anklägern spielte Mileis Promotion eine entscheidende Rolle für das Gelingen dieses vermeintlichen Betrugs.
Mileis Verteidigung
Der Kurs erlebte einen dramatischen Rückgang, nachdem Milei seine ursprüngliche Nachricht entfernt hatte. Er versuchte, den Schaden zu beheben, indem er erklärte, dass er nicht in das Projekt involviert war und von den Details nichts wusste. „Ich unterstütze regelmäßig private Initiativen, aber ich wusste nichts über die Details dieses Projekts“, schrieb er.
Diese Erklärung konnte bislang niemanden überzeugen. War es pure Unwissenheit? Oder steckt mehr dahinter? Mileis Kritiker fordern in jedem Fall Klarstellung. Der Ball liegt nun beim Richter, der bald entscheiden wird, ob Milei sich offiziell vor Gericht verantworten muss.
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