Der amerikanische Technologieriese Apple hat gestern drastische Schritte angekündigt, um sich gegen die steigenden Spannungen im Welthandel zu schützen. Als Reaktion auf die zunehmende Auswirkung der protektionistischen Handelspolitik von Präsident Donald Trump senkt das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm um 10 Milliarden Dollar und reduziert teilweise die Produktion in China. Dies gab Reuters bekannt.
Aktienrückkauf reduziert und Produktion verlagert
CEO Tim Cook berichtete während eines Analysten-Calls, dass die Importzölle das Unternehmen in diesem Quartal etwa 900 Millionen Dollar zusätzliche Kosten verursachen. Daher hat Apple beschlossen, sein Aktienrückkaufprogramm auf 100 Milliarden Dollar zu reduzieren. Das sind 10 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.
Laut Analysten deutet dieser Schritt darauf hin, dass sich das Unternehmen auf wirtschaftlich härtere Zeiten vorbereitet. Indem sie 10 Milliarden Dollar weniger für Aktienrückkäufe ausgeben, legen sie gewissermaßen ein finanzielles Polster an. Dies ist ein deutlicher Indikator für die Zukunftsaussichten des Unternehmens.
Gleichzeitig passt Apple seine Lieferkette drastisch an. Der Großteil der iPhones für den amerikanischen Markt kommt in diesem Quartal aus Indien, während andere Geräte wie iPads und Macs aus Vietnam geliefert werden. Damit möchte Apple die Abhängigkeit von China verringern. Produkte für andere Märkte werden größtenteils weiterhin in China produziert.
Amerikanische Investition von 500 Milliarden Dollar
Apple investiert darüber hinaus stark in die amerikanische Produktionskapazität. Das Unternehmen plant, 500 Milliarden Dollar in den Bau von Chip- und Serverfabriken unter anderem in Texas, Arizona und Kalifornien zu stecken. Laut Cook handelt es sich dabei nicht nur um Kapitalinvestitionen, sondern auch um höhere Betriebskosten.
Für das erste fiskalische Quartal berichtete Apple einen Umsatz von 95,36 Milliarden Dollar. Das ist etwas höher als die Erwartung von 94,68 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Aktie lag bei 1,65 Dollar. Insbesondere der Verkauf von iPads und Macs übertraf die Erwartungen.
Dennoch bleiben die Aussichten verhalten. Apple erwartet ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Bruttomarge wird voraussichtlich auf 45,5 bis 46,5% sinken. Dies basiert auf der durchschnittlichen Erwartung von Analysten.
Apple erhöhte jedoch seine Dividende um 4% und belohnt somit weiterhin die Aktionäre, trotz der zunehmenden wirtschaftlichen Gegenwinde. Aber dass sich das Unternehmen an die aktuellen Umstände anpasst und sich gegen härtere Zeiten wappnet, ist offensichtlich.
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