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Der starke Kursrückgang von Bitcoin (BTC) in den vergangenen Wochen sorgt für intensive Diskussionen unter Marktanalysten. Das Analysehaus K33 kommt nun mit einer bemerkenswerten Einschätzung zur Lage am Kryptomarkt. Ihre Auswertung zeichnet ein ganz anderes Bild als die Panik, die viele Händler in den letzten Tagen gespürt haben.
Laut einem aktuellen Bericht von K33 Research ist Bitcoin derzeit auffallend günstig bewertet. Die Kryptowährung ist im Vergleich zu großen Aktienindizes wie dem Nasdaq deutlich unterbewertet. Chefanalyst Vetle Lunde stellt fest, dass Bitcoin im vergangenen Monat an 70 Prozent der Handelstage schlechter abschnitt als der Index.
Zu Jahresbeginn kam das nur vereinzelt vor – und dann ausschließlich in Phasen klarer, krypto-spezifischer Schocks. Aktuell sei davon keine Rede, weshalb die Abweichung nach Einschätzung des Analysehauses deutlich stärker ausfällt, als sich fundamental erklären lässt.
Der jüngste Rückgang von gut 35 Prozent ist nach Ansicht von K33 vor allem auf emotionales Marktverhalten zurückzuführen und hat wenig mit fundamentaler Schwäche zu tun. Strukturelle, grundlegende Probleme sehen die Experten nicht. Gerade deshalb biete die aktuelle Situation langfristig eine attraktive Einstiegsgelegenheit für Anleger.

Die schwächere Performance von Bitcoin ist K33 zufolge vor allem eine Folge einer Deleveraging-Phase. Das bedeutet, dass Investoren massenhaft gehebelte Positionen abgebaut haben. Viele Trades wurden dadurch zwangsweise geschlossen, was erheblichen Verkaufsdruck erzeugte. Dieser Verkaufsdruck sagt nach Einschätzung von K33 jedoch wenig über den tatsächlichen Zustand des Marktes aus.
Gleichzeitig ist die Korrelation zwischen Bitcoin und Aktien derzeit hoch. Der Rückgang scheint daher eher in eine breit angelegte Risk-off-Bewegung zu passen als in BTC-spezifische Probleme. Dieses Bild wird dadurch untermauert, dass die Marktstruktur laut K33 heute deutlich gesünder ist als in früheren Zyklen. Große institutionelle Akteure halten inzwischen einen erheblichen Teil der Kryptobestände.
Bitcoin-Reserveunternehmen halten inzwischen mehr als 1,06 Millionen BTC – bei einem Kurs von 87.500 Dollar entspricht das fast 92,75 Milliarden Dollar. Auch bei Ethereum haben Unternehmen in diesem Jahr umfangreich Tokens akkumuliert. Reservegesellschaften verwalten derzeit 6,36 Millionen ETH mit einem Gegenwert von rund 18,5 Milliarden Dollar.
K33 identifiziert zudem mehrere Signale dafür, dass die Verkaufswelle bei Bitcoin fast ausgestanden ist. So schnellten während des jüngsten Einbruchs unter anderem die Spot-Handelsvolumina in die Höhe. Das passiert in der Regel, wenn verängstigte Verkäufer ihre letzten Positionen schließen – eine Phase, die häufig mit lokalen Tiefpunkten zusammenfällt.
Auffällig war außerdem, dass sich die Futures-Prämie an der CME während des Crashs entgegen der Kursbewegung entwickelte. Normalerweise fällt diese Prämie zusammen mit dem Markt, diesmal stieg sie jedoch an. Das zeigt, dass professionelle Händler am Terminmarkt bereits auf eine Erholung spekulieren – ein Muster, das historisch häufig in Phasen der Bodenbildung zu beobachten ist.
Darüber hinaus brach das Open Interest in Perpetual Futures ein – also die Gesamtzahl der offenen Terminkontrakte. Geht dieser Wert zurück, verschwindet ein großer Teil des Hebels aus dem Markt. In der Folge lassen übertriebene Kursbewegungen nach, und ein wichtiger Faktor, der den Absturz zuvor verstärkt hat, fällt weg.
Schließlich kam es zu erheblichen Abflüssen aus Exchange Traded Products (ETPs) – etwas, das K33 als typisch für kurzfristige Panikphasen einstuft. Die Analysten betonen allerdings, dass am Markt noch Raum für eine klassische W-Bodenformation bleibt, bevor eine nachhaltige Erholung einsetzen kann.
Auf Basis all dieser Faktoren bezeichnet K33 Bitcoin derzeit als eine „relativ starke Kaufchance“ für langfristig orientierte Investoren. Gleichzeitig heben die Analysten hervor, dass der Markt noch Spielraum für eine typische W-Bodenbildung hat, bevor ein überzeugender Aufwärtstrend beginnen kann.
Nicht alle teilen den Optimismus von K33. Der Analyst CryptoGoos beobachtet, dass sich der Bitcoin-Kurs über längere Zeit in einem aufwärts gerichteten Trendkanal bewegte. Der jüngste Einbruch durchbrach diesen steigenden Kanal. Aus seiner Sicht ähnelt die Situation damit einer Phase aus dem Jahr 2022. Damals folgte auf einen scharfen Absturz zunächst eine vorübergehende Erholungsrally. Viele Händler fassten wieder Vertrauen, bevor der Kurs anschließend erneut deutlich abrutschte.
CryptoGoos hält es für möglich, dass Bitcoin erneut eine solche lokale Erholung in Richtung einer früheren Unterstützungslinie zeigt, bevor der Kurs weiter nachgibt. Anleger sollten seiner Meinung nach vor allem darauf achten, eine Zwischenerholung nicht mit dem Beginn eines neuen Bullenmarktes zu verwechseln.
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