Es ist Ihnen sicherlich nicht entgangen, dass der Strafprozess gegen Sam Bankman-Fried, den Gründer und ehemaligen CEO des implodierten FTX, in den Vereinigten Staaten begonnen hat.
Nun geht aus einer Erklärung des Mitbegründers Gary Wang hervor, dass das Schwesterunternehmen Alameda Research bereits 2019 Milliarden von Dollars an Nutzermitteln von FTX für seine Handelsaktivitäten verwendete. Das würde bedeuten, dass FTX bereits 3 Jahre vor dem Zusammenbruch der Handelsplattform über die Stränge schlug.
Andere Regeln für Alameda
Aus dem obigen Gerichtsprotokoll geht hervor, dass Alameda Research sich nicht an dieselben Regeln halten musste wie andere Kunden. So konnte es riesige Summen von FTX leihen und „schneller handeln“ als andere.
Mit diesen Informationen ist es gelinde gesagt seltsam, dass Alameda Research letztlich Milliarden von Dollars an Vermögen verlor.
Sie hatten theoretisch alle notwendigen Informationen, um profitabel zu handeln und konnten dann auch schneller agieren als die Konkurrenz. Dennoch war dies nicht genug, um zu verhindern, dass die Handelsfirma von Bankman-Fried Milliarden von Dollars verlor.
Gary Wang erklärte weiter, dass Alameda Research in dem Code die Erlaubnis hatte, bei FTX ein negatives Guthaben zu führen. So konnte es mehr Geld nutzen, als es tatsächlich hatte. Dies wurde eingesetzt, um den FTX Token (FTT) zu pushen und für die Handelsaktivitäten des Unternehmens.
8 Milliarden Dollar Schulden
Laut Gary Wang nutzte Alameda Research die „allow negative“-Funktion, um insgesamt 8 Milliarden Dollar in Fiatgeld und digitalen Assets von FTX ab Juli 2019 abzuziehen. Zu diesem Zeitpunkt begann also das Drama, das im November 2022 in der spektakulären Implosion von FTX gipfelte.
Wang gab auch vor Gericht zu, dass die FTX-Nutzer nie die Erlaubnis gegeben hatten, ihre Gelder auf diese Weise zu nutzen. Dazu fügte er hinzu, dass Sam Bankman-Fried schließlich Alameda Research die Erlaubnis gab, eine Kreditlinie von 65 Milliarden Dollar zu eröffnen.
Wenn Sam Bankman-Fried wegen der ihm jetzt drohenden Strafanträge verurteilt wird, könnte er mehrere Jahrzehnte im Gefängnis verbringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er einer Gefängnisstrafe entkommt, scheint sehr gering.
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