Die internationalen Aktienmärkte zeigen sich derzeit zurückhaltend angesichts zweier potenziell entscheidender Entwicklungen für die Finanzmärkte: dem US-Arbeitsmarktbericht und einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA über die Rechtmäßigkeit umfassender Importzölle, die zuvor von Präsident Donald Trump eingeführt wurden.
In Asien gaben die Börsen am Freitag leicht nach, während der Dollar etwas an Stärke gewann. Anleger scheinen wenig Risiko eingehen zu wollen, bevor mehr Klarheit über die wirtschaftliche Ausrichtung der Vereinigten Staaten und die weitere Politik Washingtons besteht.

Blick auf den Supreme Court gerichtet
Die größte Unsicherheit für die nahe Zukunft liegt in einer möglichen Entscheidung des Supreme Court über die Legalität der US-Importzölle. Diese Zölle hatten im vergangenen Jahr erhebliche Unruhe auf den Finanzmärkten verursacht.
Eine Aufhebung der Zölle könnte die Märkte erleichtern, jedoch auch neue Fragen aufwerfen. Weniger Importzölle bedeuten geringere Staatseinnahmen, was den Druck auf die US-Staatsfinanzen erhöhen und die Zinsen für Staatsanleihen in die Höhe treiben könnte. Das könnte erneut zu Volatilität führen.
Analysten warnen zudem, dass eine Entscheidung gegen die Zölle nicht automatisch deren Ende bedeutet. Die Regierung könnte durch andere juristische oder politische Wege versuchen, Handelsbeschränkungen weiterhin aufrechtzuerhalten.
Arbeitsmarktbericht soll Orientierung geben
Zusätzlich warten Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht für Dezember. Es wird erwartet, dass sich der Arbeitsmarkt in einer sogenannten „nicht einstellen, nicht entlassen“-Phase befindet. Unternehmen halten ihren Personalbestand weitgehend konstant und versuchen, mehr Produktion aus den bestehenden Mitarbeitern herauszuholen.
Ökonomen rechnen mit einem moderaten Zuwachs von etwa 60.000 Arbeitsplätzen. Ein deutlich schwächeres Ergebnis könnte die Angst vor einer wirtschaftlichen Abkühlung verstärken, während ein solides Bericht positive Signale für die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft senden könnte.
Zinsprognosen bleiben uneinheitlich
Die Arbeitsmarktdaten sind auch für die Politik der US-Notenbank (Federal Reserve) von Bedeutung. Anleger rechnen in diesem Jahr mit mindestens zwei Zinssenkungen, obwohl die Zentralbank im Dezember andeutete, dass eine Senkung wahrscheinlicher ist. Vorerst wird erwartet, dass die Fed die Zinsen später in diesem Monat unverändert lässt.
Unterdessen spekulieren die Märkte über die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell, dessen Amtszeit im Mai endet. Es wird erwartet, dass Trump einen Kandidaten bevorzugt, der eine lockerere Haltung gegenüber Zinssenkungen einnimmt.
Rüstungs- und Ölsektor profitieren von Unsicherheit
Trotz der abwartenden Haltung auf dem breiten Markt gab es auch klare Gewinner. Rüstungsaktien erreichten neue Rekordstände, nicht zuletzt aufgrund anhaltender geopolitischer Spannungen. Auch der Ölpreis stieg weiter, bedingt durch Bedenken hinsichtlich des Angebots unter anderem aus Russland, Iran und Venezuela.
Heute könnte es durch all diese Ereignisse recht volatil werden, sowohl für Aktien als auch für Bitcoin und Gold.
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