Die Einführung eines neuen KI-Automatisierungstools von Anthropic hat am Dienstag einen breiten Ausverkauf an den Aktienmärkten ausgelöst. Besonders Softwareunternehmen und Finanzdienstleister mussten herbe Verluste hinnehmen, da Investoren befürchten, dass künstliche Intelligenz bestehende Geschäftsmodelle schneller unter Druck setzt als erwartet.
Laut Marktdaten sind innerhalb kurzer Zeit Hundert Milliarden Dollar an Börsenwert verdampft. Die Unruhe erfasste nicht nur amerikanische Aktien, sondern war auch in Europa und Asien deutlich spürbar.
Softwareaktien stark von KI-Sorgen betroffen
Der Verkaufsdruck begann bereits vor der Eröffnung der Wall Street. Anleger verwiesen dabei auf eine neue Veröffentlichung auf der Website von Anthropic, in der ein KI-Tool vorgestellt wurde, das Arbeit im juristischen Bereich weitgehend automatisieren kann. Aktien von Unternehmen mit Daten-, Software- und juristischem Dienstleistungsgeschäft gerieten sofort unter Druck.
Ein von Goldman Sachs zusammengestellter Korb amerikanischer Softwareaktien fiel um etwa sechs Prozent. Dies war der größte Rückgang innerhalb eines Tages seit der Verkaufswelle rund um Importzölle Anfang dieses Jahres. Auch Finanzdienstleister wurden mitgerissen und verloren fast sieben Prozent.
Der Nasdaq 100 sank während des Handels um über zwei Prozent, bevor ein Teil des Verlustes wieder wettgemacht wurde.
Angst vor Disruption in juristischer und finanzieller Branche
Analysten zufolge wächst die Befürchtung, dass KI-Modelle nicht nur unterstützend wirken, sondern ganze Geschäftsprozesse ersetzen können. Anthropic entwickelt selbst große Sprachmodelle, die je nach Branche angepasst werden können.
Gerade diese Position macht das Unternehmen aus Sicht der Investoren besonders bedrohlich für traditionelle Daten- und Softwareanbieter, aber auch für kleinere KI-Startups, die auf externe Modelle angewiesen sind.
Verkaufswelle erfasst auch Asien
Auch asiatische Softwareunternehmen entkamen dem Verkaufsdruck nicht. Große indische IT-Dienstleister erlitten schwere Verluste. Tata Consultancy Services büßte im Tagesverlauf bis zu sechs Prozent ein, während Infosys um mehr als sieben Prozent fiel. In den Niederlanden rutschte das Informationsunternehmen Wolters Kluwer um 12,7 Prozent ab.
Auffällig ist, dass sich der breitere Technologiesektor in Asien besser behauptete. Dieser Markt wird nach wie vor von Hardwareunternehmen und Chipherstellern dominiert, die von der weltweiten Investitionswelle in KI-Infrastruktur profitieren.
Investoren suchen nach Gewinnern und Verlierern
Auch private Kreditgeber und börsennotierte Investmentgesellschaften wurden betroffen. Aktien von Unternehmen wie Ares, KKR, Apollo und Blackstone fielen um acht bis über zehn Prozent. Investoren fürchten, dass KI-getriebene Disruptionen auch Auswirkungen auf Kreditportfolios und softwarebezogene Kredite haben.
Laut Fondsmanager Stephen Yiu wird dieses Jahr entscheidend. „Dieses Jahr wird sich zeigen, welche Unternehmen als KI-Gewinner hervorgehen und welche nicht. Bis sich der Nebel gelichtet hat, ist es riskant, gegen diesen Trend zu investieren.“
Neues iPhone dürfte wegen KI-Engpässen 100 Dollar teurer werden
Das neue iPhone, das kommende Woche vorgestellt wird, könnte wegen der enormen Nachfrage nach Speicher um 100 Dollar teurer werden.
Volkswagen erwägt Abbau von 50.000 weiteren Stellen
Volkswagen erwägt, 50.000 weitere Stellen zu streichen und die Modellpalette zu straffen, um Kosten zu senken und im Wettbewerb mit BYD besser bestehen zu können.
S&P 500- und Nasdaq-Futures vor Arbeitsmarktdaten leicht im Plus
Am Donnerstag schloss die Wall Street im Plus, auch die Futures notieren heute leicht höher. Nun richtet sich der Blick auf die Arbeitsmarktdaten, die am Nachmittag veröffentlicht werden.
Meist gelesen
Google Gemini prognostiziert XRP-Kurs für den 1. September 2026
Google Gemini geht davon aus, dass XRP bis zum 1. September weiter zulegen könnte, warnt aber auch vor einer möglichen Korrektur auf 1,20 Dollar.
Elon Musks Grok nennt XRP-Kursziel für den 1. September
Grok erwartet für den 1. September einen XRP-Kurs von 1,65 Dollar, im besten Fall 2 Dollar. Zunächst muss die Zone um 1,55 Dollar halten.
Ethereum, XRP und Solana fallen nach Höchstständen seit Januar – morgen wird entscheidend
Der Kryptomarkt hat in dieser Woche kräftig zugelegt, nun legen die Kurse eine Verschnaufpause ein. Der morgige Tag wird entscheidend.
