Bittensor (TAO) zieht schon seit einiger Zeit die Aufmerksamkeit auf sich. Der AI-Coin hat sich innerhalb weniger Wochen im Wert verdoppelt, trotz der Sorgen um den Krieg im Nahen Osten. Doch der Kurs ist nun um 15 Prozent gefallen, nachdem ein AI-Projekt ankündigte, das Netzwerk zu verlassen. Was steckt dahinter?

„Dezentralisierungs-Show“

Bittensor, die 31. wertvollste Kryptowährung, ist heute der größte Verlierer auf dem Markt. Der Kurs ist über Nacht von 337 Dollar auf ein Tief von 254 Dollar gefallen. Ein Verlust von fast 25 Prozent in weniger als 6 Stunden.

Die Probleme begannen, als Covenant AI, einer der wichtigsten Akteure im Bittensor-Netzwerk, seinen Ausstieg ankündigte. Der Grund: Das Netzwerk sei nicht so dezentral, wie es vorgebe zu sein.

Sam Dare, Gründer von Covenant AI, bezeichnet das Versprechen von Bittensor, dass keine Partei die Kontrolle über das Netzwerk habe, als „Lüge“.

Bittensor präsentiert sich als Netzwerk mit gemeinsamer Verwaltung über eine sogenannte Triumviratstruktur, bei der drei Personen gemeinsam über Upgrades entscheiden.

Dare nennt dies „Dezentralisierungs-Show“. Laut ihm hat Bittensor-Mitgründer Jacob Steeves in der Praxis nie die Kontrolle abgegeben und nimmt eigenmächtig Änderungen vor, ohne Abstimmung oder Konsens.

Covenant AI war ein sogenanntes Subnetz innerhalb von Bittensor. Diese kleineren Netzwerke führen jeweils spezifische AI-Aufgaben aus, im Fall von Covenant konzentriert auf das Training großer AI-Sprachmodelle. Das Team lieferte letzten Monat einen Meilenstein, der dem Kurs von TAO einen enormen Schub brachte.

Über Subnetz 3 (Templar), das vom Team hinter Covenant AI betrieben wurde, wurde ein AI-Modell mit 72 Milliarden Parametern dezentral trainiert. Mehr als 70 Beiträge weltweit lieferten Rechenleistung über normale Internetinfrastruktur, ohne zentrales Rechenzentrum oder Milliardenausgaben.

Das Modell, genannt Covenant-72B, leistet auf dem Niveau von Metas Llama 2 70B. Damit ist der Beweis erbracht, dass dezentrales AI-Training tatsächlich mit den großen Tech-Unternehmen konkurrieren kann.

Doch mit dem Weggang der treibenden Kraft hinter dieser Rallye bricht nun ein wichtiges Fundament weg.

Korrektur nach 160% Steigerung

Bittensor erholte sich bereits von der immensen Kursrallye, die es erlebt hatte. Am Mittwoch, dem 25. März, wurde ein Hoch von 378 Dollar erreicht.

Dies war der höchste Stand seit dem 12. November 2025 und folgte auf einen steilen Anstieg von 160 Prozent innerhalb von nur sechs Wochen. Seit dem Höchststand ist der Kurs nun um fast 33 Prozent gefallen.

Es gab weitere Gründe, warum der Coin in dieser Zeit stark zulegte:

  1. Validierung durch Nvidia-CEO Jensen Huang – Huang zeigte in der All-In Podcast sichtbares Interesse, als Bittensor zur Sprache kam, was dem Projekt Glaubwürdigkeit von der absoluten Spitze der AI-Industrie verlieh.
  2. Hype durch prominenten Investor Jason Calacanis – Der frühe Uber-Investor twitterte, dass TAO mehr wert ist als BTC, was den Kurs innerhalb von Stunden um etwa 10 Prozent anhob. Sein Fonds Stillcore Capital strebt 1 Prozent aller TAO-Token an.
  3. Erste Halbierung reduzierte das Angebot – Am 14. Dezember 2025 wurde die tägliche Ausgabe von 7.200 auf 3.600 TAO-Token gesenkt, was die Knappheit bei gleichbleibender Nachfrage steigerte.
  4. Breite Rallye in AI-Tokens – Bittensor profitierte von einer allgemeinen Erholung im AI-Sektor, bei der auch Tokens wie Artificial Superintelligence Alliance (FET) und Render (RENDER) deutlich an Wert gewannen.

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