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Der Goldpreis ist stark unter Druck geraten nach dem schärfsten Rückgang seit mehr als zehn Jahren. Auch Silber erlitt einen erheblichen Schlag und gab einen Großteil der vorherigen Gewinne im Eiltempo ab.
Die plötzliche Stimmungswende verursacht Unruhe an den Finanzmärkten, insbesondere in Asien. Anleger ziehen sich massenhaft zurück, da deutlich wird, wie extrem die Kaufpositionen angestiegen waren.
Der Goldpreis erlitt in der vergangenen Nacht erneut einen deutlichen Schlag und verlor über sechs Prozent an Wert. Silber fiel noch tiefer, mit einem Rückgang von fast zwölf Prozent auf dem Tiefpunkt. Damit setzt sich die Korrektur auf dem Edelmetallmarkt fort. Bereits am Freitag fiel Silber mit dem größten eintägigen Kursrückgang aller Zeiten auf.

Laut Marktexperten war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem Wendepunkt kommen würde. Die Nachfrage nach Edelmetallen war in den vergangenen Monaten außergewöhnlich hoch, wodurch sich immer mehr Anleger auf derselben Marktseite positionierten.
„Diese Bewegung ist noch nicht vorbei“, warnt der ehemalige JPMorgan-Händler Robert Gottlieb. Er weist auf die Angst unter den Händlern hin, erneut Risiken einzugehen. Diese Vorsicht sorgt für einen dünnen Markt, in dem jede Schwankung sofort verstärkt wird.
Erst kürzlich erreichten Gold und Silber neue Rekordhöhen. Besonders im Januar stiegen die Kurse stark an, als Anleger massenhaft in Edelmetalle flüchteten. Sie wollten sich vor geopolitischen Spannungen, Sorgen um eine schwächere Währung und Zweifeln an der Politik der US-Notenbank schützen.
Dazu kam eine Spekulationswelle aus China. Diese zusätzliche Nachfrage trieb die Preise weiter in die Höhe, machte den Markt jedoch auch anfällig. Als das Sentiment kippte, wollten viele Händler gleichzeitig den Markt verlassen.
Die Nachricht, dass Donald Trump erwägt, Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Federal Reserve zu ernennen, beschleunigte den Umschwung. Warsh ist als entschiedener Gegner von Inflation bekannt. Die Aussicht auf seine Ernennung verlieh dem Dollar Auftrieb. Das ist in der Regel keine gute Nachricht für Gold und Silber, die von einer schwächeren Währung profitieren.
Chinesische Anleger bleiben ein wesentlicher Faktor für den weiteren Verlauf des Goldmarktes. Trotz des weltweiten Rückgangs liegt der Goldpreis in Shanghai immer noch über dem internationalen Preis. Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage in China vorerst robust bleibt.
Im Vorfeld des chinesischen Neujahrs strömten am vergangenen Wochenende viele Verbraucher auf die Goldmärkte in Shenzhen. Sie kauften massenhaft Schmuck und Goldbarren. Analysten vermuten, dass die niedrigeren Preise in dieser traditionellen Kaufperiode für einen zusätzlichen Impuls sorgen könnten.
Gleichzeitig führt die Unruhe an den Märkten dazu, dass einige Händler ihre Positionen verkleinern. Die chinesischen Börsen schließen demnächst für über eine Woche wegen der Feiertage, was den Handel vorübergehend lähmen könnte.
Auch andere Edelmetalle gerieten unter Druck. Die Preise für Platin und Palladium sanken ebenfalls, während der US-Dollar leicht zulegte.
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