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Die Bank of England (BOE) hat neue Regeln für Stablecoins im Vereinigten Königreich vorgeschlagen. Damit macht die Zentralbank einen wichtigen Schritt in Richtung einer Zukunft, in der das digitale Pfund neben dem traditionellen Geld verwendet werden kann. Laut der BOE könnten schließlich einige große Sterling-Stablecoins mit einer Nachfrage von jeweils mehreren zehn Milliarden Pfund entstehen.
Die Vorschläge zeigen, dass die britische Zentralbank Stablecoins nicht mehr ausschließlich als Krypto-Produkt betrachtet. Stattdessen werden sie als digitale Form von Bargeld angesehen, die von Haushalten und Unternehmen genutzt werden kann. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf Banken, den Zahlungsverkehr und den breiteren Krypto-Sektor haben.
Laut der Bank of England werden wahrscheinlich etwa drei dominante Sterling-Stablecoins entstehen. Die Zentralbank erwartet, dass jede Coin schließlich eine Nachfrage von etwa 40 Milliarden Pfund anziehen kann.
Insgesamt würde das etwa 120 Milliarden Pfund bedeuten. Dies entspräche etwa 2,5 Prozent der über fünf Billionen Pfund an Kundeneinlagen, die derzeit bei britischen Banken liegen.
Die Zentralbank hat beschlossen, keine Begrenzungen für die Anzahl der Stablecoins einzuführen, die Privatpersonen oder Unternehmen halten dürfen. Zuvor wurde diese Möglichkeit noch untersucht, da man befürchtete, dass zu viel Geld aus dem traditionellen Bankensystem abgezogen werden könnte.
Für Herausgeber von Stablecoins gelten jedoch strenge Bedingungen. So müssen Nutzer ihre digitalen Pfund innerhalb eines Arbeitstages in Bargeld umtauschen können.
Außerdem dürfen Stablecoins keine Zinsen zahlen. Die BOE möchte verhindern, dass diese digitalen Coins mit Sparkonten konkurrieren. Belohnungen dürfen nur mit der tatsächlichen Nutzung der Coins verknüpft sein, ähnlich wie bei einer Kundenkarte eines Supermarkts.
Ein auffälliger Bestandteil des Vorschlags ist die Verpflichtung für Herausgeber, mindestens 30 Prozent ihrer Reserven direkt bei der Bank of England zu halten.
Laut der Zentralbank soll dieser Puffer sicherstellen, dass Stablecoin-Herausgeber über ausreichend liquide Mittel verfügen, falls viele Nutzer gleichzeitig ihr Geld abheben möchten. Die Maßnahme ist auch von der Unruhe rund um die Silicon Valley Bank im Jahr 2023 inspiriert, als es zu einem Bank-Run kam und die Finanzmärkte vorübergehend unter Druck gerieten.
Die Reserven werden direkt bei der Bank of England hinterlegt. Damit will die Zentralbank verhindern, dass zusätzliche Risiken über Geschäftsbanken entstehen.
Gleichzeitig betont die BOE, dass Stablecoins nicht unter die britische Einlagensicherung fallen. Während Spareinlagen bei Kreditinstituten bis zu einer gewissen Summe geschützt sind, erhalten Besitzer von Stablecoins keine vergleichbare Sicherheit.
Diese Entwicklungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Welt des digitalen Geldes schnell verändert.
Kommerzielle Banken untersuchen zunehmend sogenannte tokenisierte Einlagen. Dabei handelt es sich um digitale Versionen von Bankguthaben, die in der Regel Zinsen abwerfen können. Gleichzeitig arbeiten Zentralbanken weltweit an ihren eigenen digitalen Währungen.
Auch das Vereinigte Königreich arbeitet derzeit an einer eigenen digitalen Zentralbank-Währung (CBDC), die im Volksmund oft „Britcoin“ genannt wird. Für den weiteren Verlauf des Jahres ist ein Update über den Fortschritt dieses Projekts geplant, das gemeinsam von der Bank of England und dem britischen Finanzministerium entwickelt wird.
Für den Krypto-Sektor ist dies ein weiteres wichtiges Signal, dass Regierungen digitale Geldformen zunehmend ernst nehmen. Während Stablecoins jahrelang vor allem innerhalb des Kryptomarktes genutzt wurden, scheinen sie nun eine zunehmend größere Rolle im regulären Zahlungsverkehr zu spielen.
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Wang zufolge sollten sich die politischen Entscheidungsträger auf ein Szenario vorbereiten, in dem Stablecoins vermehrt für grenzüberschreitende Zahlungen genutzt werden.
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