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Real Madrid-Präsident Florentino Pérez will externes Kapital mit einer Bewertung von über zehn Milliarden Euro anziehen. Doch er verspricht Investoren kaum Gegenleistungen.
Pérez betont, dass potenzielle Investoren für den Prestigegewinn einer Verbindung zu Real Madrid zahlen sollen. Er sieht es eher als Sponsoring denn als traditionelle Investition. Anleger erwerben keine klassische finanzielle Beteiligung an künftigen Gewinnen, sondern Zugang zu einer der einflussreichsten Marken der Sportwelt.

Pérez kündigte an, fünf Prozent des Clubs über eine neu zu gründende Tochtergesellschaft verkaufen zu wollen. Dafür benötigt er jedoch die Zustimmung der Mitglieder von Real Madrid, der Socios.
Real Madrid ist keine gewöhnliche Fußballmannschaft. Der Club gehört den Mitgliedern, nicht einem Milliardär, Private-Equity-Fonds oder einem börsennotierten Unternehmen. Das macht das Modell einzigartig, aber auch politisch heikel.
Sein Herausforderer bei den Präsidentschaftswahlen, Enrique Riquelme, bezeichnet den Plan als eine Form der Privatisierung. Seiner Ansicht nach überschreitet Pérez damit eine rote Linie. Warum sollte man etwas privatisieren, das bereits den Mitgliedern gehört?
Pérez weist diese Kritik zurück. Ihm zufolge bleiben die Mitglieder weiterhin die Chefs. Investoren hätten keinerlei Einfluss auf die Vereinsführung.
Er betont, dass er den wirtschaftlichen Wert von Real Madrid offiziell erfassen und letztlich bei den Mitgliedern belassen will. Laut Pérez hat sich der Club unter seiner Führung von fast nichts zu einer Organisation im Wert von über zehn Milliarden Euro entwickelt. Er ist überzeugt, dass Real Madrid in wenigen Jahren 20 Milliarden Euro wert sein könnte.
Personen aus dem Umfeld von Pérez vergleichen eine Investition in Real Madrid mit dem Kauf eines Kunstwerks. Es gehe nicht nur um Rendite, sondern auch um Status, Zugang und emotionalen Wert.
Dies könnte für Luxusunternehmen, Milliardäre oder Parteien attraktiv sein, die ihre Marke mit dem größten Fußballclub der Welt verbinden möchten. Real Madrid ist mehr als ein Sportteam. Es ist ein globales Symbol mit geschätzten einer Milliarde Fans.
Pérez verkauft damit tatsächlich keinen Anteil, sondern Prestige.
Finanziell steht Real Madrid gut da. Der Club erzielte in der Saison 2024-2025 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro, ein Rekord für ein Sportteam.
Sportlich sieht es weniger rosig aus. Real Madrid erlebte eine Saison ohne große Titel, mit Trainerproblemen und Spannungen in der Kabine. Auch die Kritik an Pérez nimmt zu, genau in dem Moment, in dem er für eine weitere Amtszeit als Präsident kandidiert.
Das macht die Wahl am 7. Juni entscheidend. Die rund 100.000 Mitglieder entscheiden, ob Pérez weitere vier Jahre im Amt bleibt.
Pérez sucht unterdessen nach neuen Wegen, um die Einnahmen zu steigern. Ein Beispiel ist ein Abonnement für 12 Euro pro Monat, bei dem Fans automatisch ein neues Trikot erhalten, sobald ein neues Modell erscheint. Damit will der Club Zwischenhändler im Einzelhandel umgehen.
Auch arbeitet Real Madrid an einem Loyalitätsprogramm, um mehr Daten über Fans weltweit zu sammeln. Zudem sieht Pérez große Chancen in der virtuellen Realität.
Zusammen mit Apple will Real Madrid Spiele über VR-Headsets übertragen. Fans sollen sich dann nicht nur wie im Stadion fühlen, sondern sogar, als ob sie neben den Spielern auf dem Feld stehen. Laut Pérez könnte dieser Service bereits im nächsten Jahr verfügbar sein.
Ein weiteres großes Projekt ist die Renovierung des Bernabéu-Stadions, die 1,2 Milliarden Euro kostete. Das Stadion sollte zu einer multifunktionalen Einnahmequelle werden, unter anderem durch große Konzerte.
Doch diese Pläne laufen schleppend. Lärmbelästigung führte zu Beschwerden von Anwohnern, sodass Konzerte vorerst ausgesetzt sind. Pérez sagt, dass sie bald zurückkehren werden, aber das Projekt zeigt, dass selbst Real Madrid nicht alles nach Belieben steuern kann.
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