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Krypto wurde einst entwickelt, um sich vom traditionellen Finanzsystem abzuwenden. Doch mittlerweile dringt es immer tiefer in dieselbe Welt ein. Vermögensverwalter, Banken und Broker kommen nicht mehr daran vorbei. Charles Schwab, einer der größten Broker weltweit, steigt nun voll ein.
Vergangene Woche kündigte Charles Schwab den Start von ‚Schwab Crypto‘ an. Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber CoinDesk, dass die Einführung in der ersten Jahreshälfte wie geplant erfolgt, beginnend mit Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH).
Das Konto wird über die Charles Schwab Premier Bank angeboten und ermöglicht es Kunden, die beiden größten Kryptowährungen direkt in ihrer vertrauten Brokerumgebung zu kaufen und zu verkaufen. Eine Warteliste für Kunden, die zuerst Zugang erhalten möchten, ist bereits eröffnet.
Die Einführung erfolgt schrittweise. Zunächst testen Mitarbeiter intern das System, danach erhält eine kleine Gruppe von der Warteliste Zugang und schließlich wird es breiter verfügbar gemacht. Zu Beginn sind Einwohner von New York und Louisiana ausgeschlossen.
Charles Schwab zählt zu den größten Finanzdienstleistern der USA. Das Unternehmen aus Texas bietet sowohl privaten als auch institutionellen Anlegern Dienstleistungen wie Aktienhandel, Vermögensverwaltung und Rentenkonten an.
Ende 2025 verwaltete das Unternehmen fast 12 Billionen Dollar an Kundenvermögen, verteilt auf etwa 38,5 Millionen aktive Brokerage-Konten.
Bisher konnten Schwab-Kunden nur indirekt in Krypto investieren, etwa über ETFs, Futures oder Aktien von Kryptounternehmen wie Coinbase. Laut CEO Rick Wurster halten etwa 5 Prozent der Kunden bereits Krypto, aber über externe Plattformen wie Coinbase oder Robinhood. Diese Umsätze will Schwab nun auf die eigene Plattform ziehen.
Schwab ist nicht allein mit seinen Ambitionen. Der gesamte amerikanische Finanzsektor scheint Krypto entdeckt zu haben. SoFi Bank bietet seit November letzten Jahres als erste nationale Bank mit FDIC-Versicherung direkten Kryptohandel an. Diese Versicherung ist das US-amerikanische Pendant zur Einlagensicherung, die Spargelder bis 100.000 Euro schützt.
Ein Monat später folgte die PNC Bank mit dem Spothandel in Bitcoin für vermögende Kunden. Morgan Stanley bereitet über seine Tochter E*Trade ebenfalls den direkten Handel mit Bitcoin, Ethereum (ETH) und Solana (SOL) vor.
Seit Januar 2024 können Amerikaner auch über ETFs in Bitcoin investieren. Solch ein Fonds hält einen Bestand an echten Bitcoins und Investoren können über ihren Broker Anteile kaufen, die einen Teil dieses Bestands repräsentieren. So müssen sie die Coins nicht selbst kaufen und verwalten.
Der Start ging als das erfolgreichste ETF-Debüt aller Zeiten in die Geschichte ein und inzwischen sind über 90 Milliarden Dollar in den verschiedenen Fonds angelegt. BlackRock ist mit seinem IBIT-Fonds der unangefochtene Marktführer. Außerdem startet Morgan Stanley heute als erste amerikanische Bank seinen eigenen Bitcoin-Fonds.
Darüber hinaus baut Citigroup an einer Plattform für die institutionelle Bitcoin-Verwahrung, während die Bank of America ihren 15.000 Vermögensberatern grünes Licht gegeben hat, aktiv Bitcoin-ETFs den Kunden zu empfehlen.
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