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Getokenisierte Real-World Assets (RWA’s) entwickeln sich rasant zu einer ernstzunehmenden Anlageklasse für institutionelle Investoren. Laut Chainalysis nähert sich der Gesamtmarkt einem Wert von 30 Milliarden Dollar an. Diese Entwicklung wirft eine wichtige Frage auf: Was bedeutet das für das traditionelle Finanzsystem?
RWA’s sind digitale Repräsentationen traditioneller Finanzprodukte wie Anleihen, Kreditprodukte, Aktien, Immobilien und Rohstoffe. Diese Assets werden auf einer Blockchain ausgegeben und verwaltet.
Für Finanzinstitutionen bietet diese Infrastruktur klare Vorteile: Rund-um-die-Uhr-Zugang zu Märkten, schnellere Abwicklung von Transaktionen und geringere Kosten durch den Wegfall von Zwischenhändlern. Dementsprechend wuchs der Markt im vergangenen Jahr rasant.
Gemäß Chainalysis wurde dieses Wachstum durch klarere Regulierung beschleunigt. Der amerikanische GENIUS Act, der im Juli 2025 verabschiedet wurde, führte einen föderalen Rahmen für Stablecoins ein. Auch Regelungen zu Verwahrung, Berichterstattung und Compliance wurden präzisiert.
Innerhalb des RWA-Marktes wachsen vor allem institutionelle Kategorien schnell. Asset-Backed Credit erreichte laut Chainalysis innerhalb von 6,1 Monaten ein Volumen von 1 Milliarde Dollar. Spezialfinanzierungen benötigten dafür 21,5 Monate, Rohstoffe 36,2 Monate. Getokenisierte Aktien haben diese Grenze noch nicht erreicht.

US-Staatsanleihen sind derzeit die beliebtesten RWA’s. Sie machen etwa die Hälfte des gesamten Marktwertes aus. Auch Rohstoffe wie Gold und Silber finden großen Anklang.
Chainalysis stellt zudem fest, dass RWA’s einen wichtigen Einstieg in den Kryptomarkt darstellen. Aus einer Analyse von fast 400.000 Wallet-Adressen geht hervor, dass immer mehr Wallets direkt nach ihrer Erstellung getokenisierte Assets erhalten.
Dies unterscheidet sich von früheren Adoptionsmustern, bei denen Nutzer oft mit klassischen Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH) begannen. Bei RWA’s werden Wallets hingegen häufig gezielt für die Verwahrung institutioneller Assets eingerichtet.

Retail-Kategorien, wie getokenisierte Rohstoffe und Aktien, werden häufiger von älteren Krypto-Wallets gehalten. Institutionelle Produkte, wie private Fonds und Kreditprodukte, befinden sich häufiger in neu eingerichteten Adressen.
Auch die Preisbildung scheint reifer zu werden. Die Handelsvolumen von getokenisiertem Gold korrelieren seit dem zweiten Quartal 2025 stärker mit den traditionellen Goldmärkten. Dennoch läuft der On-Chain-Markt noch nicht vollständig mit bestehenden Benchmarks synchron. Je ausgereifter der Markt für getokenisiertes Gold wird, desto mehr wird diese Arbitrage jedoch abnehmen.
Das Wachstum der RWA’s zeigt, dass Finanzinstitutionen Blockchain nicht länger nur als Experiment betrachten. Die On-Chain-Infrastruktur entwickelt sich zunehmend zu einer Distributionsschicht für traditionelle Finanzprodukte. Und RWA’s spielen dabei eine immer größere Rolle.
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