Der Bitcoin-Kurs hat sich seit dem Höchststand im Oktober fast halbiert. Etwa eine Billion Dollar an Marktkapitalisierung ist in kurzer Zeit verdampft. Die Stimmung kippte, ETFs verzeichneten Abflüsse, und fast die Hälfte aller Investoren steht im Minus. Dennoch wächst unter Analysten eine bemerkenswerte Gegenstimme: Die Fundamentaldaten von Bitcoin scheinen stärker zu sein als bei früheren Abstürzen.

Während der Preis schwankt, bleibt die Infrastruktur stabil. Genau hier erkennen Analysten eine stille bullische Perspektive.

Bitcoin-Kurs weit entfernt vom Rekord

Nach einem kurzen Anstieg in Richtung 70.000 Dollar fiel der Bitcoin-Kurs heute Morgen wieder auf etwa 67.600 Dollar. Im Vergleich zum Rekord von über 126.000 Dollar im Oktober 2025 ist das nahezu eine Halbierung.

Die Zahlen wirken auf den ersten Blick düster. Rund 45 % aller im Umlauf befindlichen Bitcoins stehen unter Wasser, das heißt, unter dem Kaufpreis der Inhaber. Optionshändler kaufen massiv Schutz gegen weitere Rückgänge, und die wochenlangen Abflüsse aus Spot-ETFs nähren die Erzählung von enttäuschender institutioneller Akzeptanz.

Dennoch verdient dieses Bild eine Nuance. Seit der Einführung der amerikanischen Spot-ETFs Anfang 2024 flossen Dutzende Milliarden Dollar in den Markt. Laut Marktkennern ist das, was in den letzten Wochen abfloss, nur ein Bruchteil davon. Bemerkenswert ist, dass 17 der 25 größten ETF-Inhaber ihre Positionen im vierten Quartal 2025 ausgebaut haben. Dies deutet eher auf eine Neupositionierung als auf Panikverkäufe hin.

Unterschied zu 2022

Der Vergleich mit 2022 liegt nahe. Damals führte ein starker Rückgang zu einem Dominoeffekt von Insolvenzen. FTX, Celsius und andere große Akteure brachen zusammen. Es sank nicht nur der Bitcoin-Kurs, sondern auch das Vertrauen in den gesamten Sektor.

Dieses Szenario bleibt aktuell aus. Börsen laufen weiter. Große Verwahrer sind solvent. Banken ziehen sich nicht aus der Krypto-Welt zurück, sondern entwickeln vielmehr neue Dienstleistungen rund um digitale Vermögenswerte.

Mehr als die Hälfte der größten US-Banken arbeitet an krypto-bezogenen Produkten oder hat diese bereits eingeführt. Das bedeutet, dass immer mehr Berater und Anleger mit einem Klick Zugang zu BTC erhalten. Laut Befürwortern erhöht dies die Kaufkraft bei einer nächsten Erholung erheblich.

Schrumpfendes Angebot könnte Erholung beschleunigen

Auch auf der Angebotsseite gibt es Entwicklungen. Seit der vierten Halbierung im April 2024 werden pro Block halb so viele neue Bitcoins ausgegeben. Das neue Angebot ist dadurch strukturell begrenzt.

Gleichzeitig halten börsennotierte Unternehmen und Spot-ETFs zusammen fast 12 % aller im Umlauf befindlichen Bitcoins. Diese Akteure verkaufen nicht bei jedem kleinen Kursrückgang. Je weniger Coins auf den Markt kommen, während der Zugang zu Bitcoin wächst, desto explosiver könnte eine mögliche Erholung ausfallen, so die Analysten.

Das bedeutet nicht, dass der Boden erreicht ist. Die negative Erzählung dominiert und der Chart wirkt schwach. Doch anders als 2022 scheint das Fundament des Marktes nicht zu bröckeln.

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