Der Fall FTX beschäftigt die Kryptogemeinde weiterhin, auch nachdem das Urteil bereits gefällt wurde. In einem Interview äußert sich der US-Präsident zu einer möglichen Begnadigung, lässt aber kaum Zweifel an der Zukunft von Sam Bankman-Fried.

Eines der größten Kryptoskandale

Präsident Donald Trump plant nicht, Sam Bankman-Fried zu begnadigen. Das sagte er in einem Interview mit der New York Times. Der ehemalige Chef der Kryptobörse FTX verbüßt eine 25-jährige Haftstrafe nach seiner Verurteilung wegen umfangreichen Betrugs.

Trump nennt im Gespräch mehrere Namen, die seiner Meinung nach nicht für eine Begnadigung infrage kommen, darunter Musikproduzent Sean Combs und Ex-Senator Robert Menendez. Er geht nicht näher auf Einzelheiten ein, macht jedoch klar, dass er hier keine Ausnahmen machen will.

Bankman-Fried sitzt seit August 2023 in Haft, nachdem seine Kaution widerrufen wurde. Im März 2024 wurde er wegen sieben Straftaten verurteilt, darunter der Veruntreuung von Milliarden US-Dollar an Kundengeldern. Der Fall gilt als eines der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Kryptowährungen.

SBF suchte Unterstützung bei Republikanern

Im Interview wird Trump auch zu seinen eigenen Verbindungen zur Kryptobranche befragt. Seine Familie ist an einem Bitcoin- (BTC) Mining-Unternehmen, einem Stablecoin-Projekt und seiner persönlichen Memecoin Official Trump beteiligt. Laut Trump stellt das kein Problem dar. Er sagt, dass ihm seine Unterstützung für Kryptowährungen viele Stimmen eingebracht habe. „Ich habe viele Stimmen bekommen, weil ich Krypto unterstützte, und habe es dadurch schätzen gelernt“, erklärt er.

Nach seiner Verurteilung suchte Bankman-Fried Anschluss an republikanische Kreise. Er deutete an, gute Beziehungen zu dieser Partei zu haben und suchte den Kontakt zu rechtsgerichteten Medienfiguren wie Tucker Carlson. Dennoch schien eine Begnadigung schon länger unwahrscheinlich. Auf der Vorhersageplattform Polymarket wurde die Chance, dass Trump ihn vor 2027 begnadigt, auf nur 6 Prozent geschätzt.

Trump hat früher bereits Kryptopersonen begnadigt. So erhielt der Silk-Road-Gründer Ross Ulbricht Anfang dieses Jahres ein Pardon. Auch der ehemalige Binance-CEO Changpeng Zhao, der eine kurze Haftstrafe verbüßt hatte, wurde begnadigt.

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