Arthur Hayes, Mitbegründer der Kryptobörse BitMEX, warnt vor einem radikalen wirtschaftspolitischen Kurswechsel der USA. In einem aktuellen Blogbeitrag beschreibt er ein Szenario, in dem politische Interessen und Finanzmärkte zunehmend verflochten sind, was möglicherweise zu einer groß angelegten Geldentwertung führen könnte.
Politik führt zu Geldschöpfung
In seinem Beitrag argumentiert Hayes, dass sich US-Wahlen letztlich um die Wirtschaft drehen. „Wenn sich die Wähler wirtschaftlich besser fühlen, gewinnen Politiker Stimmen. Und welches Signal ist für die amerikanischen Wähler am wichtigsten? Der Preis an der Zapfsäule“, so seine Einschätzung.
Deshalb erwartet Hayes, dass Donald Trump in den kommenden Jahren die Wirtschaft „überhitzen“ lassen will. Das bedeutet mehr Kredite, mehr Schulden und vor allem: mehr Dollars im Umlauf. Entscheidend ist jedoch, dass die Energiepreise, insbesondere Öl, niedrig bleiben.
Laut Hayes dreht sich alles um den Ölpreis. Bleibt das Öl günstig, während die Wirtschaft wächst, ist das eine gute Nachricht für Trump und seine Partei. Wird das Öl teurer, steigt die Inflation und die Wähler wenden sich gegen ihn.
Öl spielt eine zentrale Rolle bei der Inflation, da es ein wesentlicher Bestandteil der Weltwirtschaft ist, wie auch der Finanzexperte Keith erläutert. Steigt der Ölpreis, spüren die Menschen das sofort, nicht nur an der Tankstelle, sondern auch bei den Preisen für Produkte und Dienstleistungen.
Bleiben die Ölpreise stabil, prognostiziert Hayes, dass Trump, der Kongress, das Finanzministerium und die Zentralbank die Geldschleusen weit öffnen werden. „Das ist strukturell und politisch unvermeidlich.“
Venezolanisches Öl im Mittelpunkt der amerikanischen Politik
Aus diesem Grund sehen Hayes und auch der Finanzexperte Keith den US-Fokus auf venezolanisches Öl als klugen Schachzug, um die Treibstoffpreise niedrig zu halten. Trump ließ Präsident Maduro am 3. Januar in einer schnellen Militäraktion verhaften.
Nicht ganz zufällig verfügt Venezuela über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt, die die USA laut Hayes möglicherweise nutzen könnten, um die heimische Inflation zu kontrollieren.
Gerüchten zufolge könnte Venezuela auch etwa 600.000 Bitcoin (BTC) besitzen, eine sogenannte „Schattenreserve“ im Wert von rund 55,2 Milliarden Dollar bei aktuellem Bitcoin-Kurs.
Diese Schätzung basiert auf Berichten, die nahelegen, dass Venezuela seit 2018 Bitcoin durch gold- und ölbezogene Transaktionen angesammelt hat. Es wird spekuliert, dass die USA diese Coins beanspruchen könnten, sollte sich herausstellen, dass dieses versteckte Vermögen tatsächlich existiert.
Bitcoin profitiert von Geldschöpfung
Hayes bezeichnet Bitcoin in diesem Szenario als das „reinste monetäre Absicherungsmittel“. Im Gegensatz zu Öl oder Aktien ist BTC nicht direkt von Energiepreisen abhängig. Mehr Dollarliquidität führt seiner Meinung nach fast automatisch zu höheren Bitcoin- und Kryptopreisen.
Sein Anlage-Ratschlag ist daher klar: Solange die Ölpreise unter Kontrolle sind, ist Risikobereitschaft angesagt. Das bedeutet Investitionen in Bitcoin, Altcoins und insbesondere Privacy Coins. Nur wenn Öl, Zinsen und Volatilität gleichzeitig steigen, rät er dazu, riskante Positionen abzubauen.
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