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Die Wall Street bleibt im Aufwind. Nach einer kräftigen Rally am Dienstag lagen die US-Aktienfutures am Mittwochmorgen erneut im Plus. Dow-Futures stiegen um 201 Punkte, ein Plus von 0,37 Prozent. S&P-500-Futures legten um 0,36 Prozent zu, Nasdaq-100-Futures notierten 0,22 Prozent höher.
Der Anstieg folgt auf einen starken Handelstag, an dem der S&P 500 um 1,8 Prozent zulegte und erstmals über 7.700 Punkten schloss. Auch der Dow Jones gewann mehr als 900 Punkte und erreichte ein neues Rekordhoch.
Damit scheint der Markt vorerst wieder bereit zu sein, mehr Risiko einzugehen.
Ein wichtiger Treiber war der Rückgang des Ölpreises. WTI-Öl verlor am Dienstag 5,7 Prozent und schloss bei 75,77 Dollar je Barrel. Auslöser war die Aussage von US-Finanzminister Scott Bessent, wonach die Vereinigten Staaten und Iran einer Einigung zur Wiederöffnung der Straße von Hormus möglicherweise näherkommen.

Für die Märkte ist das entscheidend. Solange die Straße von Hormus nur eingeschränkt passierbar bleibt, gibt es eine reale Begrenzung des Ölangebots. Das hält Inflationssorgen am Leben und drückt die Zinsen nach oben. Wächst die Zuversicht auf eine Wiederöffnung, verschwindet ein Teil dieser Risikoprämie aus dem Ölpreis.
Für Aktien ist das genau die Mischung, die Anleger sehen wollen: ein niedrigerer Ölpreis, weniger Inflationsdruck und mehr Spielraum für steigende Bewertungen.
Neben dem Ölpreis stützten auch Quartalszahlen den Markt. Caterpillar stieg nach starken Ergebnissen um mehr als 5 Prozent. Bemerkenswert ist, dass auch dieses Unternehmen vom KI-Ausbau profitiert, weil Rechenzentren und damit verbundene Projekte die Nachfrage nach Infrastruktur, Energie und schweren Maschinen erhöhen.
Palantir war der große Gewinner. Die Aktie schoss nach Quartalszahlen um fast 30 Prozent nach oben, die CEO Alex Karp als außergewöhnlich stark einordnete. Damit erhielt der Markt erneut den Beleg, dass KI nicht nur eine Investmentstory ist, sondern bei einigen Unternehmen tatsächlich zu kräftigem Umsatz- und Gewinnwachstum führt.

Aus Sicht von BNY Wealth steht derzeit eine Frage im Mittelpunkt: Liefert KI genügend Rendite, um die enormen Investitionen zu rechtfertigen? Bei den stärksten Unternehmen fällt die Antwort vorerst jedenfalls positiv aus.
Dennoch gibt es auch Schwachstellen. SpaceX verlor nachbörslich fast 7 Prozent, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass die Investitionsausgaben im zweiten Quartal auf 18,4 Milliarden Dollar gestiegen sind. AMD gab um 8 Prozent nach, weil der bereinigte Gewinn die Erwartungen nur leicht übertraf.

Das zeigt, dass Anleger anspruchsvoller werden. KI-Ausgaben werden belohnt, wenn sie mit überzeugendem Wachstum einhergehen. Hohe Kosten oder kleine positive Überraschungen reichen dagegen nicht mehr aus.
AMD steigert seinen Umsatz dank der starken Nachfrage nach KI-Chips um 45 Prozent. Ein optimistischer Ausblick sorgt für einen kräftigen Kursanstieg der Aktie.
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