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AMD hat Anleger mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal enttäuscht. Zwar schnitt der Chipkonzern erneut besser ab als von Analysten erwartet, doch der Ausblick reichte nicht aus, um den enormen Erwartungen rund um KI gerecht zu werden.
Die Aktie schien davon zunächst unbeeindruckt zu bleiben und schloss am Dienstag noch fast 7 Prozent im Plus. Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen kippte die Stimmung jedoch vollständig. Im nachbörslichen Handel verlor AMD anschließend rund 8,4 Prozent.
Die abrupte Kehrtwende zeigt, wie hoch die Messlatte für KI-Unternehmen inzwischen liegt. Nach der starken Kursrally in diesem Jahr achten Anleger nicht nur auf die Quartalszahlen, sondern vor allem darauf, ob sich das Wachstum in den kommenden Quartalen weiter beschleunigen kann.
AMD erwartet im dritten Quartal einen Umsatz von rund 13 Milliarden Dollar, bei einer Prognosespanne von 300 Millionen Dollar.
Damit liegt der Wert zwar über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 12,5 Milliarden Dollar, vielen Anlegern reichte das jedoch nicht. Wegen des Optimismus rund um KI waren die Erwartungen in den vergangenen Monaten so stark gestiegen, dass selbst eine Prognose über dem Konsens als Enttäuschung gewertet wurde.
Zusätzlich angeheizt wurden die Erwartungen von CEO Lisa Su. Im vergangenen Monat stellte sie neue KI-Prozessoren vor, die nach Angaben von AMD leistungsfähiger sind als vergleichbare Chips von Nvidia. Zudem erklärte das Unternehmen, der Markt für KI-Prozessoren könne bis 2030 auf 1,4 Billionen Dollar wachsen. Entsprechend hoch lag die Messlatte für die Quartalszahlen und den Ausblick.
Trotz der negativen Kursreaktion fielen die Quartalszahlen selbst stark aus. AMD steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,66 Dollar über den erwarteten 1,62 Dollar.
Vor allem die Datacenter-Sparte blieb der wichtigste Wachstumstreiber. Der Umsatz verdoppelte sich im Jahresvergleich auf 6,7 Milliarden Dollar und lag damit leicht über den Erwartungen der Wall Street. Auch das PC- und Gaming-Geschäft zeigte Anzeichen einer Erholung, mit einem Umsatzwachstum von 6 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar.
AMD profitiert stark von der weltweiten Investitionswelle in KI-Rechenzentren. Nach Einschätzung von Bernstein-Analysten werden die größten Betreiber im kommenden Jahr zusammen mehr als 1 Billion Dollar in neue KI-Infrastruktur investieren.
Dadurch gilt AMD zunehmend als wichtigster Herausforderer von Nvidia im Markt für KI-Chips. Diese Position hat jedoch auch eine Kehrseite. Je höher die Bewertung steigt, desto größer werden die Erwartungen der Anleger.
Die Reaktion auf die Quartalszahlen unterstreicht dieses Bild. Selbst eine Umsatzprognose oberhalb der durchschnittlichen Erwartung reichte nicht aus, um Anleger zufriedenzustellen. Für KI-Aktien genügt ein gutes Quartal nicht mehr. Der Markt erwartet, dass Unternehmen in jedem Quartal aufs Neue belegen, dass sich das Wachstum weiter beschleunigt.
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