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SpaceX prüft einen ungewöhnlichen Weg, um Elon Musks künstliche Intelligenz weiterzuentwickeln. Im Unternehmen wird darüber gesprochen, Kundendaten und operative Informationen von Start-ups zu kaufen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken oder bereits vom Markt verschwunden sind.
Die Daten könnten unter anderem genutzt werden, um Grok zu trainieren. Musks KI-Unternehmen sucht damit nach neuen und womöglich günstigeren Wegen, an wertvolle Trainingsdaten zu gelangen.
Nach Angaben von Bloomberg sind die Gespräche innerhalb von Teams bei SpaceXAI noch informell. Ob es tatsächlich zu einer Vereinbarung kommt, ist daher offen. Die Informanten der Nachrichtenagentur wollen anonym bleiben, weil die Pläne nicht öffentlich sind. SpaceX reagierte nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.
Die Idee ist vergleichsweise simpel. Start-ups, die Insolvenz anmelden oder ihren Betrieb einstellen, verfügen mitunter noch über große Mengen an Informationen zu Kunden und Geschäftsabläufen. Für ein KI-Unternehmen können solche Daten wertvoll sein, weil Modelle damit für bestimmte Aufgaben trainiert werden können.
SpaceXAI soll vor allem an operativen Daten und Kundeninformationen interessiert sein. Ein Teil davon könnte den Informanten zufolge für die Weiterentwicklung von Grok eingesetzt werden.
Eine ähnliche Strategie verfolgte zuvor Google. Der Konzern bot 10 Millionen Dollar für Unternehmensdaten der eingestellten US-Fluggesellschaft Spirit Airlines. Auch dieser Vorschlag löste Datenschutzbedenken aus, unter anderem bei ehemaligen Mitarbeitern.
Der mögliche Kauf externer Datensätze passt zum zunehmenden Wettbewerb rund um künstliche Intelligenz. Musks Raumfahrt-, Satellitenkommunikations- und KI-Aktivitäten sind in einem Konzern gebündelt, der den Rückstand auf Unternehmen wie OpenAI und Anthropic verringern will.
Dabei geht es nicht nur um immer leistungsfähigere Rechner. Auch hochwertige Trainingsdaten spielen eine zentrale Rolle. Je nutzbarer und spezifischer die Informationen sind, mit denen ein KI-Modell trainiert wird, desto besser kann es bestimmte Aufgaben erlernen.
Für SpaceXAI würde der neue Ansatz eine Veränderung bedeuten. Das Unternehmen, das früher als xAI bekannt war, nutzte bislang unter anderem Daten des sozialen Netzwerks X. Zudem arbeitet es mit eigenen KI-Trainern, die zur Verbesserung der Modelle beitragen.
Mit externen Unternehmensdaten käme eine weitere Informationsquelle hinzu. Besonders Daten aus dem Unternehmensalltag können für Modelle interessant sein, die später Geschäftskunden bedienen sollen.
Gleichzeitig gibt es Veränderungen in dem Team, das für die Trainingsdaten verantwortlich ist. Die interne Gruppe von KI-Trainern unterstützt Ingenieure unter anderem dabei, Modelle in Bereichen wie Finanzen, Wissenschaft und sogar Humor zu verbessern.
In dieser Abteilung kam es zuletzt zu Abgängen und strategischen Anpassungen. SpaceXAI setzte die Einstellung neuer KI-Trainer Anfang des Jahres vorübergehend aus. Später wurde auch die Leitung des Teams verändert.
Jack Garabedian, der viele Jahre beim Satelliteninternetdienst Starlink tätig war, hat inzwischen die Führung übernommen. Er ersetzte den jungen Ingenieur Diego Pasini.
Den Informanten zufolge versucht Garabedian seither, mehr Struktur zu schaffen. Es wurden neue Prozesse und Besprechungen eingeführt sowie klarere Ziele für die Daten festgelegt, mit denen die KI-Systeme trainiert werden.
Ob dazu am Ende auch Kundendaten insolventer Start-ups gehören, ist noch nicht entschieden. Laut Bloomberg befinden sich die internen Gespräche noch in einem frühen Stadium.
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