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Ein britisches KI-Start-up, das erst seit einem Monat besteht, könnte bereits mit fast 4 Milliarden Dollar bewertet werden. Emulate, gegründet von ehemaligen Forschern von Google DeepMind, steht Kreisen zufolge kurz vor einer großen neuen Finanzierungsrunde. Der Fall zeigt, wie viel Kapital Investoren derzeit für Unternehmen bereitstellen, die an einer neuen Generation künstlicher Intelligenz arbeiten.
Das Start-up führt fortgeschrittene Gespräche über eine Finanzierung von bis zu 700 Millionen Dollar. Bemerkenswert ist, dass Emulate bislang kaum öffentlich in Erscheinung getreten ist und noch kein Verbraucherprodukt vorgestellt hat.
Nach Angaben von mit den Gesprächen vertrauten Personen würde Emulate nach der Finanzierungsrunde mit rund 3,7 Milliarden Dollar bewertet. Die britische Index Ventures und die US-amerikanische Lightspeed Venture Partners sollen die Runde gemeinsam anführen wollen.
Für ein Unternehmen, das erst seit sehr kurzer Zeit existiert, ist das eine auffällige Bewertung. Emulate wurde von ehemaligen Forschern von Google DeepMind gegründet, darunter Jack Parker-Holder, Matthew McGill und Philip Ball.
Die Forscher arbeiteten zuvor an Genie mit, einer Technologie von DeepMind, mit der sich unter anderem interaktive digitale Umgebungen erstellen lassen. Auf Basis einer kurzen Eingabe kann das System etwa Videos und interaktive dreidimensionale Welten generieren.
Gerade diese Technologie hatte zuvor viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Präsentation von Genie sorgte bei Anlegern von Spieleunternehmen für Unruhe. Konzerne wie Take-Two, Roblox und Unity verloren Milliarden Dollar an Börsenwert.
Emulate konzentriert sich auf sogenannte Weltmodelle. Diese KI-Systeme sollen die physische Welt verstehen und nachbilden. Damit unterscheiden sie sich von den großen Sprachmodellen hinter Diensten wie ChatGPT, Gemini und Claude.
Investoren sehen Weltmodelle als ein wichtiges neues Feld innerhalb der künstlichen Intelligenz. Zudem ist der Wettbewerb dort noch weniger intensiv als bei Sprachmodellen, wo Unternehmen wie OpenAI, Google und Anthropic bereits starke Positionen aufgebaut haben.
Emulate ist nicht das einzige junge KI-Unternehmen, das praktisch aus dem Stand eine Milliardenbewertung erreicht. Ehemalige Forscher großer KI-Unternehmen gründen immer häufiger eigene Firmen. Diese Unternehmen werden auch als „Neo-Labs“ bezeichnet.
Dabei achten Investoren nicht nur auf bestehende Produkte oder Umsätze. Die Reputation und Erfahrung der Gründer können bereits ausreichen, um Hunderte Millionen Dollar einzusammeln.
Der ehemalige DeepMind-Forscher David Silver sammelte etwa rund 1 Milliarde Dollar für sein Start-up Ineffable Intelligence ein. Das Unternehmen wurde dabei mit etwa 5 Milliarden Dollar bewertet.
Eine weitere Gruppe ehemaliger Mitarbeiter von DeepMind und OpenAI konnte mehr als 600 Millionen Dollar für Recursive Superintelligence einsammeln. Das Unternehmen wurde mit rund 4 Milliarden Dollar bewertet.
Emulate ist der Financial Times zufolge bereits das dritte britische KI-Labor in diesem Jahr, das aus den Londoner Büros von Google DeepMind hervorgeht und Hunderte Millionen Dollar an Finanzierung anzieht.
Auch an anderer Stelle bei Google verlassen prominente Forscher das Unternehmen. Googles Chefwissenschaftler Jeff Dean kündigte kürzlich seinen Abschied an, um in den USA sein eigenes KI-Start-up Discovery Loop zu gründen.
Die Entwicklung folgt kurz auf die Ankündigung von DeepMind-Mitgründer Demis Hassabis, als Chef des KI-Labors zurückzutreten und den Vorsitz zu übernehmen. Hassabis spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau von Googles KI-Forschung in London. Google übernahm DeepMind im Jahr 2014.
Für Unternehmen wie Emulate zählen vor allem Rechenleistung und Personal zu den größten Kostenblöcken. Die Entwicklung fortgeschrittener KI-Modelle erfordert enorme Mengen an Rechenkapazität. Gleichzeitig tobt ein harter Wettbewerb um die besten KI-Forscher.
Index Ventures, Lightspeed Venture Partners und Emulate wollten sich gegenüber der Financial Times nicht zu der möglichen Finanzierungsrunde äußern.
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