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US-Bitcoin-ETFs haben am Freitag deutliche Zuflüsse verzeichnet. An nur einem Handelstag flossen netto 433 Millionen Dollar in die Fonds. Auch Ethereum-ETFs waren gefragt und kamen zusammen auf Zuflüsse von 143,8 Millionen Dollar.
Die Zuflüsse fallen mit einer kräftigen Erholung am Kryptomarkt zusammen. Bitcoin (BTC) stieg am Freitag auf über 80.000 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit rund zwei Wochen. Bemerkenswert ist das nach einer turbulenten Woche, in der der CLARITY Act im US-Senat feststeckte und die Federal Reserve (Fed) erstmals seit drei Jahren die Zinsen anhob.
Dennoch hat sich die Stimmung offenbar rasch gedreht. Neue Schritte der US-Aufsichtsbehörden SEC und CFTC nähren bei Anlegern die Hoffnung, dass der US-Kryptomarkt auch ohne neue Gesetzgebung mehr Klarheit bekommen könnte.
Die US-Spot-Bitcoin-ETFs sammelten am Freitag zusammen 433 Millionen Dollar ein. Der größte Teil der Zuflüsse entfiel auf Fidelity. Der FBTC-Fonds zog rund 311 Millionen Dollar an, während BlackRock mit seinem IBIT-Fonds etwa 108 Millionen Dollar verbuchte.
Auch bei Ethereum (ETH) floss erneut viel Kapital in die Produkte. Die US-Spot-Ethereum-ETFs kamen am Freitag zusammen auf Nettozuflüsse von rund 143,8 Millionen Dollar. An der Spitze lag BlackRock mit etwa 114 Millionen Dollar, gefolgt von Fidelity mit rund 26 Millionen Dollar.
Die kräftigen Zuflüsse fallen mit einer deutlichen Erholung des Kryptomarkts zusammen. Bitcoin stieg am Freitag erstmals seit rund zwei Wochen wieder über 80.000 Dollar und lag zeitweise mehr als fünf Prozent über dem Schlusskurs vom Donnerstag.
Die steigenden Kurse gehen damit mit einer spürbar höheren Nachfrage über US-ETFs einher. Allein am Freitag flossen über die Bitcoin- und Ethereum-ETFs zusammen fast 577 Millionen Dollar in den Kryptomarkt.
Die Erholung folgt auf eine Woche, in der der Kryptomarkt zwei deutliche Rückschläge verkraften musste.
Zunächst gelang es dem US-Senat nicht, den CLARITY Act voranzubringen. Der Gesetzentwurf sollte klarer regeln, wie die Aufsicht über den US-Kryptomarkt verteilt wird, erhielt mit 49 zu 50 Stimmen jedoch nicht die nötige Unterstützung.
Einen Tag später erhöhte die Federal Reserve den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Es war die erste Zinserhöhung seit 2023. Die Notenbank griff ein, weil die Inflation aus Sicht der Fed weiterhin zu hoch ist.
Höhere Zinsen sind in der Regel keine gute Nachricht für risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen. Anleger können dann mit vergleichsweise sicheren Anlagen höhere Renditen erzielen, während Kredite teurer werden.
Bitcoin konnte die Verluste dennoch rasch abschütteln. Am Freitag beschleunigte sich die Erholung, BTC stieg auf über 80.000 Dollar. Damit scheint ein Teil der Unsicherheit, die zu Wochenbeginn noch über dem Markt lag, vorerst in den Hintergrund zu treten.
Ein wichtiger Grund für die bessere Stimmung dürfte aus Washington kommen. Zwar ist der CLARITY Act ins Stocken geraten, doch die Securities and Exchange Commission (SEC) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigen, dass sie nicht vollständig auf den Kongress warten wollen.
Die SEC kündigte am Donnerstag eine Übergangsregelung an, nach der bestimmte Handelsplattformen unter Auflagen tokenisierte Aktien auf der Blockchain anbieten können. SEC-Chef Paul Atkins beschrieb den Schritt als Möglichkeit, die US-Kapitalmärkte stärker in Richtung Blockchain-Technologie zu öffnen, während an endgültigen Regeln gearbeitet wird.
Auch die CFTC wird aktiv. Nach dem Scheitern des CLARITY Act hat die Behörde dem Weißen Haus einen neuen Vorschlag für Regeln rund um den Kryptomarkt übermittelt. Der genaue Inhalt ist noch nicht öffentlich. Der Vorschlag muss zunächst geprüft werden, bevor das Regulierungsverfahren weitergehen kann.
Damit ist das Problem um den CLARITY Act nicht gelöst. Für umfassende und dauerhafte Klarheit bleibt Gesetzgebung durch den Kongress wichtig. SEC-Chef Atkins hatte selbst bereits betont, dass Gesetze für Regeln notwendig bleiben, die auch langfristig Bestand haben.
Für den Kryptomarkt hat sich die kurzfristige Botschaft dennoch deutlich verändert. Während das Scheitern der Abstimmung zunächst für Unsicherheit sorgte, zeigen SEC und CFTC, dass innerhalb der bestehenden Befugnisse weiterhin Schritte möglich sind. Die Kombination aus diesen Entwicklungen, steigenden Kursen und Hunderten Millionen Dollar an neuen ETF-Zuflüssen hat die Stimmung zum Wochenausklang spürbar verbessert.
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