Laut Iran haben die Vereinigten Staaten einer entscheidenden Forderung Teherans zugestimmt: Das Land darf weiterhin Uran anreichern. Dies berichtet Bloomberg unter Berufung auf Aussagen eines iranischen Diplomaten über die Nachrichtenagentur ISNA.

Beide Länder sollen an einem „schnellen Abkommen“ nach den jüngsten Gesprächen in Genf arbeiten. Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Spannungen hoch, da Präsident Donald Trump militärisches Eingreifen nicht ausschließt, falls keine Einigung erzielt wird.

Damit scheinen die Verhandlungen in eine neue Phase einzutreten, in der nicht mehr die Frage, ob Iran anreichern darf, im Mittelpunkt steht, sondern wie dies genau geschehen soll.

Kein vollständiger Stopp der nuklearen Anreicherung

Während der Gespräche in Genf wurde die Idee, dass Iran die Urananreicherung komplett einstellen würde, verworfen. Laut dem Diplomaten, der mit den Verhandlungen vertraut ist, haben amerikanische Vertreter diese Möglichkeit nicht länger als harte Bedingung auf den Tisch gelegt.

Das ist bemerkenswert, da das völlige Einstellen der Anreicherung in früheren Verhandlungen ein bedeutendes Hindernis darstellte. Iran betrachtet das Recht auf Anreicherung seit Jahren als rote Linie im diplomatischen Spiel mit dem Westen.

Die Aussagen stimmen mit früheren Bemerkungen des iranischen Außenministers Abbas Araghchi überein. Er erklärte, dass die Vereinigten Staaten keine Null-Anreicherung fordern und beide Parteien auf eine schnelle Einigung hinarbeiten.

Fokus auf technische Details des Atomprogramms

Da ein kompletter Stopp der Anreicherung nicht mehr im Vordergrund steht, verschiebt sich der Fokus auf die technische Ausgestaltung des nuklearen Programms.

Laut ISNA befassen sich die Gespräche mit:

  1. Der Standort der nuklearen Anlagen
  2. Dem Anreicherungsgrad des Urans
  3. Der Anzahl der Uran-Zentrifugen, die Iran einsetzen darf

Mit anderen Worten: Nicht das Prinzip der Anreicherung steht zur Debatte, sondern die Bedingungen, unter denen dies geschieht.

Iran hat zudem Vorschläge, nukleares Material ins Ausland zu verlagern, entschieden abgelehnt. Auch eine regionale Konstruktion für gemeinsame Anreicherung sei derzeit kein Gesprächsthema.

Obwohl beide Länder von Fortschritten nach der zweiten Verhandlungsrunde in Genf sprechen, wurde noch kein Datum für weitere Gespräche festgelegt. Trump hat derweil eine Frist gesetzt, die Anfang nächsten Monats ausläuft. Ohne Einigung droht er mit einem begrenzten Angriff auf Iran.

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