Die US-Regulierungsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) schlägt unter der Leitung des neuen Vorsitzenden Mike Selig einen neuen Kurs ein. Er plant, den regulatorischen Rahmen zu modernisieren, mit besonderem Augenmerk auf Kryptowährungen.

CFTC setzt auf Innovation

Unter der Führung des neuen CFTC-Vorsitzenden, ernannt von Präsident Donald Trump, setzt die Regulierungsbehörde voll auf Innovation. Mit der Einführung der sogenannten „Future-Proof“-Initiative will Selig die Regulierung modernisieren und aufstrebende Technologien wie Blockchain und Künstliche Intelligenz (KI) berücksichtigen.

Die CFTC ist die US-Regulierungsbehörde die für den Handel mit Rohstoffen und Finanzderivaten wie Futures und Optionen zuständig ist. Im Gegensatz zur Securities and Exchange Commission (SEC), die Wertpapiere reguliert, konzentriert sich die CFTC auf Märkte wie Öl, Gold und ab sofort auch Krypto-Derivate.

In einem ausführlichen Gastbeitrag in der Washington Post erklärt Selig, dass sich die US-Finanzmärkte an einem Wendepunkt befinden. „Wir müssen uns darauf vorbereiten, die Märkte der Zukunft zu bedienen“, so Selig.

Weiter argumentiert der Vorsitzende, dass die CFTC bereit sein muss, Märkte wie digitale Assets und Prognosemärkte auf konstruktive Weise zu regulieren. Der derzeitige, oft veraltete regulatorische Rahmen hemmt Innovationen, weshalb laut ihm maßgeschneiderte Regeln für neue Produkte und Plattformen erforderlich sind.

Abrechnung mit Vorgängern

Selig kritisiert die Herangehensweise der vorherigen Regierung, die sich seiner Meinung nach auf „Regulation by Enforcement“ stützte. Krypto-Unternehmen wurden verklagt, obwohl es dieser Sektor von vornherein nicht klar reguliert wurde.

Dieses Vorgehen habe laut Selig zu einer Kapitalflucht geführt: Zahlreiche innovative Unternehmen verlagerten ihre Aktivitäten ins Ausland, während US-Verbraucher die Nachteile spürten.

Deshalb will Selig der inkonsistenten und undurchsichtigen Regulierung ein Ende setzen. Stattdessen sollen konstruktive Regeln durch den traditionellen Gesetzgebungsprozess eingeführt werden.

Der neue Kurs zielt darauf ab, die Politik gegen politische Wechsel abzusichern. „Die Regulierung muss nicht nur zum Produkt passen, sondern auch einen klaren Zweck erfüllen“, betont Selig. So soll verhindert werden, dass Regeln von einer nachfolgenden Regierung wieder aufgehoben werden.

Der Vorsitzende hebt hervor, dass die digitale Ökonomie mittlerweile zu einem Markt von über 3.000 Milliarden Dollar herangewachsen ist. Als Teil seines Reformplans hat Selig ein ‚Innovation Advisory Committee‘ ins Leben gerufen.

Er hat zudem den Krypto-Spezialisten Michael Passalacqua hinzugezogen, der bei der Ausarbeitung konkreter Regeln für digitale Märkte helfen soll.

Breiter Pro-Krypto-Kurs unter Trump

Die Schritte von Selig fügen sich in den umfassenderen Plan der Trump-Regierung ein, die Vereinigten Staaten zu den Pionieren der digitalen Vermögenswerte zu etablieren. Bereits zuvor wurde kryptofreundliche Gesetzgebung vorgestellt, wie der Genius Act, der einen klaren Rechtsrahmen über die Ausgabe und Regulierung von Stablecoins schafft.

Der Clarity Act, über den der Senat noch abstimmen muss, soll bestimmen, welche digitalen Token als Wertpapiere gelten und welche nicht. Damit sollen rechtliche Grauzonen, in dem viele Krypto-Projekte derzeit arbeiten, beseitigt werden.

Auch die SEC unter der Leitung des Krypto-Befürworters Paul Atkins hat Maßnahmen ergriffen. So wurden Verfahren zur Genehmigung von Krypto-Exchange-Traded Funds (ETFs) vereinfacht. Seitdem sind diverse Krypto-ETFs aufgelegt worden, darunter für Chainlink (LINK), Solana (SOL) und XRP.

Zusätzlich hat die SEC mehrere Klagen zurückgezogen. In einem der langwierigsten Fälle, dem Konflikt mit Ripple (dem Unternehmen hinter XRP), beschlossen beide Parteien, ihre Berufungsverfahren einzustellen.

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