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Der jüngste Kursanstieg von XRP, der seit dem Tiefpunkt Anfang Februar um mehr als 30 Prozent zunahm, schien auf den ersten Blick ein Zeichen der Erholung zu sein. Der XRP-Kurs bewegte sich in Richtung der Zone um 1,50 Dollar, Momentum-Indikatoren verbesserten sich und Händler sprachen vorsichtig von einer möglichen Trendwende.
Doch Blockchain-Daten zeichnen ein weniger optimistisches Bild. Anstatt einer klaren Akkumulation scheint die Erholung vor allem von Anlegern genutzt worden zu sein, um verlustreiche Positionen abzubauen. Damit stellt sich die Frage, ob der Anstieg echte Kaufkraft widerspiegelt oder vor allem als sogenannte Exit-Liquidität für Verkäufer dient, die in früheren Verlusten feststeckten.
Auf kürzeren Zeitrahmen bewegt sich XRP innerhalb eines fallenden Keilmusters, einer technischen Struktur, die theoretisch Raum für einen Aufwärtsausbruch lässt. Für ein solches Szenario muss der Kurs jedoch zunächst überzeugend über einen wichtigen kurzfristigen Trend wie das 20-Tage-Exponentiell gleitende Mittel steigen.

Auch Momentum-Indikatoren zeigen eine vorsichtige Verbesserung. Während der Preis ein tieferes Tief markierte, zeigte der RSI, ein Momentum-Indikator, hingegen ein höheres Tief. Eine solche positive Divergenz deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachlassen könnte. Dies unterstützt für sich genommen die Idee einer vorübergehenden Erholung.
Aber technische Signale sind nur dann nachhaltig, wenn Anleger bereit sind, ihre Positionen zu halten. Genau hier liegt laut On-Chain-Analyse der Knackpunkt.
Ein wichtiger Indikator ist die Spent Output Profit Ratio (SOPR), die zeigt, ob Coins mit Gewinn oder Verlust verkauft werden. Seit Ende Januar liegt dieser Indikator unter dem Wert von 1. Das bedeutet, dass Transaktionen im Durchschnitt mit Verlust durchgeführt werden.

Auffallend ist, dass dieses Muster trotz eines Kursanstiegs von über 30 Prozent anhält. In einer gesunden Erholung würden kurzfristige Anleger normalerweise wieder Gewinne realisieren, wodurch die SOPR steigen würde. Das Ausbleiben davon weist auf stressbedingte Verkäufe hin, statt auf Vertrauen in eine weitere Erholung.
Eine tiefere Analyse der Blockchain-Daten bestätigt dieses Bild. Sehr kurzfristige Anleger, die oft bei Volatilität einsteigen, haben ihren Anteil am zirkulierenden Angebot in wenigen Tagen um mehr als 90 Prozent reduziert. Sie nutzten die Erholung, um schnell zu verkaufen.

Auch mittelfristige Halter, die zuvor auf deutlich höheren Niveaus gekauft hatten, verringern ihre Positionen. Ihr gemeinsamer Anteil am Angebot ist in den letzten Wochen deutlich zurückgegangen. Anstatt auf eine vollständige Erholung zu warten, entscheiden sie sich dafür, Verluste zu begrenzen, sobald der Preis steigt.

Dieses Verhalten passt historisch gesehen eher zu Distributionsphasen als zum Beginn eines neuen Bullenmarkts.
Kostenbasierte Analysen zeigen zudem, warum das Erholungsmomentum ins Stocken gerät. Große Mengen an XRP wurden zuvor in der Zone um 1,42 bis 1,44 Dollar gekauft. Wenn der Preis dieses Niveau erreicht, erreichen viele Anleger ihren Break-even-Punkt und es entsteht Verkaufsdruck.

Über dieser Zone liegt zusätzlicher technischer Widerstand um 1,54 Dollar. Zusammen bilden diese Niveaus eine deutliche Barriere, an der frühere Erholungen gescheitert sind. Solange der Kurs hier nicht überzeugend durchbricht, bleibt ein Abwärtsrisiko bestehen.

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