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Die amerikanische Verteidigungsspitze hat das Weiße Haus um die Genehmigung von über 200 Milliarden Dollar für den Krieg im Iran gebeten. Diese Summe übersteigt die Kosten der aktuellen Luftangriffe deutlich und dürfte im Kongress erhebliche politische Auseinandersetzungen auslösen.
Der Krieg verschlingt Geld wie Wasser und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht, auch wenn US-Präsident Donald Trump etwas anderes behauptet.
Das berichtet die Washington Post, die sich auf einen hochrangigen Regierungsvertreter beruft.
Der angeforderte Betrag geht weit über die Fortsetzung der derzeitigen Operation hinaus. Das Geld soll vor allem dazu dienen, die Produktion von entscheidenden Waffensystemen zu erhöhen. Präzisionsmunition, die von amerikanischen und israelischen Truppen in den letzten drei Wochen auf Tausende von Zielen abgefeuert wurde, wird schnell knapp.
Innerhalb des Pentagons leitet der stellvertretende Verteidigungsminister Steven Feinberg die Bemühungen. Seit einem Jahr konzentriert er sich darauf, die amerikanische Verteidigungsindustrie zu stärken und die Produktion von gelenkten Waffen zu steigern.
Bereits in der ersten Kriegswoche lagen die Kosten über 11 Milliarden Dollar. Seitdem sind die Ausgaben weiter gestiegen. Zum Vergleich: Für den gesamten Krieg in der Ukraine genehmigte der Kongress bis Dezember ungefähr 188 Milliarden Dollar. Das Pentagon fordert nun auf einen Schlag mehr als diese Summe.
Nicht jeder im Weißen Haus glaubt, dass der Kongress eine solche Megasumme genehmigt. Einige Beamte halten die Anfrage für unrealistisch, berichtet die Zeitung. Das Pentagon hat in den letzten zwei Wochen mehrere Varianten vorgelegt, aber eine endgültige Summe gibt es noch nicht.
Der politische Widerstand kommt vor allem von den Demokraten, die strikt gegen den Konflikt sind. Republikaner unterstützen das Anliegen grundsätzlich, haben aber noch keine Strategie, um die notwendige 60-Stimmen-Mehrheit im Senat zu erreichen.
Brisanter Fakt: Präsident Trump trat im Wahlkampf gegen Auslandseinsätze ein und kritisierte mehrfach die Kosten des Ukraine-Kriegs.
Mark Cancian, Verteidigungsanalyst bei der Denkfabrik CSIS, warnt, dass die Abstimmung über das Budget ein Indikator für die Beliebtheit des Krieges sein wird.
Die ehemalige Verteidigungsrechnungsprüferin Elaine McCusker vom American Enterprise Institute weist auf ein weiteres Problem hin: Die Verteidigungsindustrie kann nicht einfach die Produktion steigern. Die Anzahl verfügbarer Arbeitskräfte, Produktionsanlagen und knapper Materialien begrenzt, wie schnell Waffen hergestellt werden können.
Der Krieg begann am 28. Februar, als die Vereinigten Staaten und Israel gemeinsam den Iran angriffen. Der Auslöser: jahrelange Sorgen über das iranische Nuklearprogramm, gescheiterte Verhandlungen und die blutige Unterdrückung von Protesten zu Beginn dieses Jahres. Der erste Angriff tötete unter anderem den obersten Führer Ali Khamenei.
Der Iran reagierte mit Hunderten von Raketen und Drohnen Angriffen auf Israel und Golfstaaten, doch den größten Schlag versetzte es auf See. Die Straße von Hormus, durch die täglich 20 Prozent des weltweiten Öls fließen, ist faktisch blockiert. Der Ölpreis stieg von 70 auf über 100 Dollar pro Barrel. Und das beginnt, die Weltwirtschaft zu belasten.
Trump beharrt darauf, dass das Ende nahe ist. Letzte Woche sagte er, es gebe „praktisch nichts mehr zu bombardieren“. Er spricht von „einigen Wochen“, doch dürfte mittlerweile erkennen, dass er sich immer mehr selbst schadet.
Trump baute seine wirtschaftliche Agenda auf niedriger Inflation und günstiger Energie auf. Sollte der Krieg jedoch andauern, steuern wir auf eine verheerende Energiekrise zu.
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