OpenAI hat eine Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium getroffen, um seine KI-Modelle auf klassifizierten Militärnetzwerken einzusetzen. Der Deal folgt auf eine Anweisung des Weißen Hauses, wonach Bundesbehörden die Technologie des Konkurrenten Anthropic nicht mehr nutzen sollen.

Pentagon stuft Anthropic als Sicherheitsrisiko ein

CEO Sam Altman gab die Vereinbarung über X bekannt. Seinen Angaben zufolge werden die Modelle von OpenAI im klassifizierten Netzwerk des Pentagon verfügbar sein. Er betonte, dass das Ministerium bereit sei, innerhalb der von OpenAI definierten Grenzen zu arbeiten.

Die Ankündigung erfolgte nach einem Beschluss von Verteidigungsminister Pete Hegseth, Anthropic als „Risiko für die nationale Sicherheit in der Lieferkette“ einzustufen – eine Bezeichnung, die normalerweise für ausländische Gegner verwendet wird. Seitdem müssen Verteidigungsauftragnehmer erklären, dass sie keine Modelle von Anthropic nutzen.

Präsident Donald Trump wies außerdem alle Bundesbehörden an, die Nutzung der Anthropic-Technologie unverzüglich einzustellen. Organisationen, die darauf angewiesen sind, erhalten eine Übergangsfrist von sechs Monaten.

Anthropic lehnte autonome Waffen ab

Anthropic war ursprünglich das erste KI-Unternehmen, das Modelle in der klassifizierten Umgebung des Pentagon bereitstellte, basierend auf einem im Juli unterzeichneten 200-Millionen-Dollar-Vertrag. Die Zusammenarbeit scheiterte.

Das Unternehmen wollte sicherstellen, dass seine Software nicht für autonome Waffen oder für inländische Massenüberwachung verwendet wird. Das Ministerium konnte diese Garantie nicht geben und bestand auf einer umfassenden Einsatzmöglichkeit für alle legalen militärischen Zwecke.

Anthropic äußerte sich „zutiefst enttäuscht“ und kündigte an, die Einstufung rechtlich anzufechten. Laut dem Unternehmen könnte diese Entscheidung Auswirkungen darauf haben, wie Technologieunternehmen in Zukunft mit Regierungsbehörden verhandeln.

OpenAI betont ähnliche Einschränkungen

Altman erklärte, dass OpenAI ähnliche Grenzen setzt. Inländische Massenüberwachung sei verboten und menschliche Verantwortung bleibe bei Entscheidungen über Gewaltanwendung, einschließlich automatisierter Waffensysteme, erforderlich. Weitere Details zur Zusammenarbeit wurden nicht bekanntgegeben.

Nach der Ankündigung folgte Kritik in den sozialen Medien. Der US-Politiker Christopher Hale erklärte, er habe ChatGPT gekündigt und sei zu Anthropic gewechselt. Andere verwiesen auf frühere Aussagen von OpenAI, in denen das Unternehmen betonte, niemals militärische Anwendungen zu unterstützen.

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