Die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus hat laut dem britischen Finanzministerium bei der Kryptobörse Lykke einen digitalen Raub in Höhe von 22,8 Millionen Dollar verübt. Die Plattform, im Vereinigten Königreich registriert, aber von der Schweiz aus operierend, musste nach dem Angriff ihre Aktivitäten vollständig einstellen.

Der Hack hatte große Folgen für Tausende von Kunden. Der Handel wurde sofort ausgesetzt, und im Dezember schloss Lykke endgültig. Der Verlust von Millionen an Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen führte zu einer Klagewelle von Anlegern.

Insolvenzen und Klagen gegen den Gründer

Gründer Richard Olsen, ein Schweizer Bankierssohn und Urenkel von Julius Bär, wurde im Januar persönlich für insolvent erklärt. Auch die Schweizer Muttergesellschaft von Lykke musste bereits früher Insolvenz anmelden. Zudem wird Olsen von der Justiz in der Schweiz untersucht.

Mehr als 70 Kunden reichten bei einem britischen Gericht Klage ein und fordern zusammen 5,7 Millionen Pfund Schadensersatz. Die britische Aufsichtsbehörde FCA warnte bereits 2023, dass Lykke nicht registriert war, um Finanzdienstleistungen anzubieten, wodurch Anleger nur wenig Schutz genossen.

Lazarus finanziert nordkoreanisches Waffenprogramm

Die Lazarus Group wird weltweit für Krypto-Diebstähle in Milliardenhöhe verantwortlich gemacht. Nach Angaben westlicher Geheimdienste nutzt Pjöngjang das Geld, um sein Waffenprogramm zu finanzieren und internationale Sanktionen zu umgehen.

Die israelische Forschungsgruppe Whitestream kam zu dem Schluss, dass Lazarus die Beute von Lykke über Kryptounternehmen zu waschen versuchte, die auf die Verschleierung von Transaktionen spezialisiert sind. Andere Forscher halten die Beweislage dafür jedoch noch nicht für schlüssig.

Neuer Schlag für den verletzlichen Kryptosektor

Der Angriff auf Lykke reiht sich in eine Serie von Hacks ein, die die Verwundbarkeit von Kryptoplattformen offenlegen. Weltweit sind Dutzende Handelsbörsen zum Ziel von Lazarus und ähnlichen Gruppen geworden.

Für Anleger bedeutet der Fall von Lykke erneut eine deutliche Warnung: Selbst große und etablierte Kryptounternehmen erweisen sich als nicht immun gegen internationale Cyberkriminalität.

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