Die Finanzmärkte rechnen derzeit nur mit einer Zinssenkung der US-Notenbank im Jahr 2026. Dies geht aus der Preisbildung der Fed Funds Futures im Vorfeld der nächsten Zinssitzung der Federal Reserve am kommenden Mittwoch hervor.

Damit wächst die Unsicherheit über die Geldpolitik, während sich Anleger gleichzeitig Sorgen über die Schwächung des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft sowie über einen Inflationsanstieg durch den starken Anstieg des Ölpreises machen.

Rückkehr der Angst vor Stagflation

Stagflation beschreibt eine Situation, in der das Wirtschaftswachstum nachlässt, während die Inflation hartnäckig hoch bleibt. Genau dieses Szenario scheint sich abzuzeichnen. Einerseits steht die Inflation wegen geopolitischer Spannungen, insbesondere des Konflikts um den Iran und dessen Auswirkungen auf den Ölpreis, unter Aufwärtsdruck.

Höhere Energiepreise wirken sich in der Regel auf Transportkosten, Lebensmittelpreise und die industrielle Produktion aus, wodurch die Inflation schwerer zu bekämpfen ist.

Gleichzeitig zeigt der US-Arbeitsmarkt immer deutlichere Schwächesignale. Das Beschäftigungswachstum nimmt ab, Unternehmen werden bei neuen Investitionen vorsichtiger, und einige Sektoren melden bereits steigende Entlassungsraten.

Für die Federal Reserve macht dies die Festlegung des richtigen geldpolitischen Kurses besonders komplex. Eine zu schnelle Zinssenkung könnte die Inflation erneut anfachen, während eine zu straffe Geldpolitik das Risiko einer wirtschaftlichen Rückkehr erhöht.

Das ist am Mittwoch für Bitcoin wichtig

Diese Zwickmühle sorgt dafür, dass Anleger mit großem Interesse auf die sogenannte Summary of Economic Projections (SEP) blicken, in der die politischen Entscheidungsträger ihre Erwartungen für Wachstum, Inflation und Zinsen veröffentlichen. Der Markt hofft, dadurch mehr Klarheit über den künftigen Zinsverlauf zu erhalten.

Für Bitcoin kann dieses unsichere makroökonomische Umfeld sowohl Risiken als auch Chancen bieten. Einerseits könnte eine sich verlangsamende Wirtschaft zu einer geringeren Risikobereitschaft bei Anlegern führen, was wahrscheinlich Druck auf den Kurs ausübt.

Andererseits kann ein Umfeld hartnäckiger Inflation und zunehmender Zweifel am traditionellen Geldsystem das Narrativ um Bitcoin als Alternative zu Gold stärken. Besonders wenn sich der Kurs weiterhin im Vergleich zu Gold gut entwickelt.

Bitcoin zeigt sich im Vergleich zu Gold seit dem Iran-Konflikt äußerst robust. Quelle: TradingView

Der Mittwoch wird daher erneut ein wichtiger Tag für Bitcoin. Eine Zinssenkung ist nicht zu erwarten, aber die Einschätzung der US-Notenbank zur Wirtschaft ist äußerst interessant.

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