Bitcoin (BTC) gerät erheblich unter Druck. Gestern fiel der Kurs erstmals seit Oktober 2024 unter die 60.000-Dollar-Marke, nachdem er innerhalb eines Tages mehr als 10 Prozent verloren hatte. Investoren sind ratlos, doch laut Analysten häufen sich die Anzeichen, die auf ein Ende der Kapitulationsphase hinweisen.

Panik bei kurzfristigen Anlegern

Der Verkaufsdruck kommt vor allem von sogenannten Short-Term Holders, also Anlegern, die ihre Bitcoin weniger als 155 Tage halten. Laut Daten von CryptoQuant wurden innerhalb von 24 Stunden fast 60.000 BTC zu Börsen transferiert, was etwa 4,2 Milliarden Dollar entspricht.

Es handelt sich um Coins, die mit Verlust verkauft wurden. Dies war der größte Zufluss von BTC zu Börsen in diesem Jahr und erhöht den Abwärtsdruck auf den Kurs.

Auffällig ist, dass Langzeitinvestoren stillhalten. „Die Korrektur ist so stark, dass kein einziger BTC mit Gewinn von Long-Term Holders bewegt wird“, schreibt CryptoQuant-Analyst Darkfost auf X. „Das ist die totale Kapitulation.“

https://twitter.com/Darkfost_Coc/status/2019305691106652338?s=20

Glassnode beobachtet ein ähnliches Muster. Der durchschnittlich realisierte Verlust über sieben Tage liegt bei über 1,26 Milliarden Dollar pro Tag. „Historisch gesehen fallen Spitzen bei realisierten Verlusten oft mit Momenten zusammen, in denen Verkäufer völlig erschöpft sind und der zusätzliche Verkaufsdruck nachlässt“, heißt es in einem Bericht.

Extreme Angst auf seltenem Niveau

Auch das Marktsentiment ist tiefrot. Der Crypto Fear & Greed Index ist auf 9 gefallen, was für „extreme Angst“ steht. Dieses Niveau wurde zuletzt im Juli 2022 erreicht, kurz bevor Bitcoin einen Boden bei rund 15.500 Dollar fand. Später im Jahr fiel der Kurs jedoch noch weiter, nach dem Zusammenbruch der Kryptobörse FTX.

Analyst Davie Satoshi bezeichnet dies auf X „historisch gesehen als einen Zeitpunkt zum Kaufen und Akkumulieren“.

„Dies bleibt ein starkes Argument für eine kurze Erholungsrally, solange Kleinanleger das Vertrauen in Kryptowährungen insgesamt nicht zurückgewinnen“, kommentiert die Analyseplattform Santiment.

RSI signalisiert stark überverkauft

Technische Indikatoren bestätigen das düstere Bild. Der Relative Strength Index (RSI), ein häufig genutzter Momentum-Indikator, liegt derzeit auf nahezu allen Zeitrahmen extrem niedrig. Der tägliche RSI befindet sich sogar auf dem niedrigsten Stand seit dem Corona-Crash vor sechs Jahren.

Bitcoin ist damit extrem überverkauft, was jedoch nicht bedeutet, dass der Boden erreicht ist. Es zeigt, wie stark und schnell der Kurs gefallen ist, und in starken Abwärtstrends kann der RSI über längere Zeit extrem niedrig bleiben.

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