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Bitcoin ist in der Nacht auf 85.000 Dollar gefallen und steht extrem unter Druck. Hält diese Kursentwicklung an, ist ein Bärenmarkt unvermeidlich. Es gibt jedoch noch einige Lichtblicke – dafür müssen wir zunächst die aktuelle Lage skizzieren.
Derzeit leidet der Bitcoin-Kurs vor allem unter dem Anstieg der realen Zinsen. Dadurch wird die Liquidität an den Finanzmärkten abgewürgt, und wir sehen Kursrückgänge bei Bitcoin und am Aktienmarkt.
Das ist unter anderem eine Folge der US-Notenbank, die Ende Oktober durchblicken ließ, dass eine Zinssenkung im Dezember unwahrscheinlich ist. Die Protokolle der jüngsten Zinsentscheidung bestätigten das.
Immer mehr Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank sehen im Dezember eine Zinspause als besten nächsten Schritt.
Seitdem gerieten Risikoanlagen unter Druck. Die Rutschpartie des S&P 500 (orange, Grafik unten) setzte ein, als die realen Zinsen anzogen (weiß und blau).

Der Realzins ist der tatsächliche Preis für Kapital. Er ergibt sich, indem man die Inflation von den nominalen Zinsen abzieht. Steigt der Realzins, werden vergleichsweise sichere Staatsanleihen attraktiver. Nicht ohne Grund zieht der US-Dollar derzeit kräftig an.
Merkwürdig ist, dass die US-Notenbank vor einiger Zeit noch ein Szenario mit mehreren Zinssenkungen in Aussicht stellte – ausgerechnet jetzt, wo die Inflationserwartungen sinken und sie theoretisch mehr Spielraum für Senkungen hätte.
Daher wirkt es, als hätten wir es kurzfristig mit einem Liquiditätsschock zu tun, der Anleger zu einer defensiveren Position veranlasst. Klare Anzeichen für eine Rezession oder einen vollständigen Zusammenbruch des Kreditzyklus gibt es bislang nicht.
Die kommenden Wochen dürften für Bitcoin entsprechend entscheidend werden. Sollte die US-Notenbank im Dezember doch eine Zinssenkung beschließen, dürfte das Bitcoin und Aktien zunächst Auftrieb geben.
Sind die Anstiege stark genug, um den Abwärtstrend zu brechen, könnte der Bullenmarkt weitergehen. Verpufft die Dynamik danach rasch? Dann ist es vermutlich Zeit, Positionen zu schließen, noch einige letzte Gewinne mitzunehmen und auf attraktive Einstiegsgelegenheiten für den nächsten Bullrun zu warten.
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