Als Deflation bezeichnet man einen anhaltenden Rückgang des allgemeinen Preisniveaus, der durch sinkende Nachfrage bei gleichzeitig steigendem Angebot ausgelöst wird.
Was ist Deflation?
Ein deflationärer Prozess zeichnet sich dadurch aus, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich sinken. Gemessen wird dieser Preisrückgang über den Verbraucherpreisindex (VPI) oder den Consumer Price Index (CPI). Beide Indizes bilden die Kaufkraft der Bevölkerung ab.
Der VPI erfasst die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs mit zentralen Kategorien wie Lebensmittel, Energie, Kleidung, Wohnen, Transport und Freizeit.
Deflation vs. Inflation
Deflation und Inflation beschreiben entgegengesetzte Phänomene. Während Inflation das Preisniveau ansteigen lässt, senkt Deflation es nachhaltig. Externe Faktoren wie Lohnkosten oder Rohstoffpreise fördern Inflation. Deflation entsteht dagegen unter anderen Bedingungen, ihre wirtschaftlichen Folgen können jedoch ebenso gravierend ausfallen.
Die Auswirkungen sinkender Preise
Ein anhaltender Preisverfall belastet viele Bereiche der Volkswirtschaft. Unternehmen erzielen geringere Erlöse und kürzen ihre Investitionen in Produkte, Technologie und Personal. Dies führt zu sinkenden Löhnen und steigender Arbeitslosigkeit.
Verbraucher verlieren trotz der niedrigeren Preise an Kaufkraft, da die Einkommensrückgänge die Preisvorteile oft deutlich überwiegen.
Bekämpfung von Deflation
Regierungen und Zentralbanken greifen deshalb gezielt ein. Erhöhte Staatsausgaben kurbeln die Nachfrage an und ermöglichen es Unternehmen, höhere Preise zu realisieren. Zentralbanken senken die Zinsen, um Kredite zu verbilligen und Investitionen zu fördern. Lohnerhöhungen stabilisieren zudem die Binnennachfrage. In extremen Fällen nutzen Zentralbanken geldpolitische Instrumente wie die quantitative Lockerung und führen gezielt Liquidität in die Wirtschaft ein.