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In den Kryptomarkt sind in diesem Jahr bislang rund 50 Milliarden Dollar geflossen. Seit dem Sommer tragen vor allem börsengehandelte Fonds und Großanleger zu den Zuflüssen bei. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Investmentbank JPMorgan hervor. Das Kapital, das beim Crash im vergangenen Jahr abgezogen wurde, ist allerdings noch immer nicht zurückgekehrt.
Auf das Gesamtjahr hochgerechnet belaufen sich die geschätzten Zuflüsse auf rund 66 Milliarden Dollar. Das ist gut ein Viertel mehr als die 52 Milliarden Dollar, die das Analystenteam um Nikolaos Panigirtzoglou im Mai errechnet hatte.
Dennoch fließt das Kapital weiterhin nur halb so schnell in den Markt wie im vergangenen Jahr. Zudem berücksichtigt die Bank inzwischen mehr Akteure.
Üblicherweise erfasst JPMorgan Kryptofonds, Futures an der CME, Wagniskapital sowie Käufe börsennotierter Mining-Unternehmen und anderer Unternehmen. Inzwischen bezieht die Bank auch nicht börsennotierte Unternehmen und Miner sowie staatsnahe Akteure ein. Wie viel zusätzliches Kapital dadurch in die Berechnung einfließt, gibt sie nicht an.
In der ersten Jahreshälfte entfiel ein Großteil der Kapitalzuflüsse auf Strategy. Das Unternehmen kaufte zu Jahresbeginn in rascher Folge Bitcoin (BTC) und trug damit erheblich zu den gesamten Zuflüssen bei.
Nicht börsennotierte Unternehmen investierten deutlich kleinere Summen. Nach Einschätzung der Analysten stehen ihnen weniger Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung offen. Zudem können sie die Kursschwankungen von Bitcoin schlechter verkraften.
Bei Exchange Traded Funds (ETFs), börsengehandelten Fonds, die den Kurs eines Coins abbilden, war die Entwicklung damals gegenläufig. Im Mai und Juni zogen Anleger erhebliche Summen ab.
Seit August hat sich die Lage verbessert. Für das bisherige Jahr 2026 verzeichnen die ETFs inzwischen Nettozuflüsse.
Großanleger bauen zudem wieder Futures-Positionen an der US-Derivatebörse CME auf. Diese Terminkontrakte beziehen sich auf die künftige Kursentwicklung. Bei Bitcoin übersteigen die Positionen den bisherigen Höchststand, bei Ether (ETH) liegen sie nahe am Hoch vom Oktober 2025.
Auch trendfolgende Fonds, die ihre Positionen automatisch an der Kursrichtung ausrichten, setzen wieder auf steigende Kurse bei Bitcoin und Ether.
Die Wagniskapitalinvestitionen in Kryptounternehmen nehmen seit 2024 ebenfalls wieder zu. Allerdings konzentriert sich das Kapital zunehmend auf weniger, dafür größere Finanzierungsrunden etablierter Unternehmen.
Infrastrukturunternehmen mit verlässlichen Cashflows nehmen häufiger Kredite auf, statt neue Aktien auszugeben. Investoren richten ihren Blick zudem stärker auf die Tokenisierung, also die digitale Abbildung von Vermögenswerten durch Token. Im Fokus stehen dabei vor allem Anwendungen für Unternehmen.
Nach Einschätzung der Analysten brachte das dritte Quartal die Trendwende. Die stärkere Beteiligung privater und institutioneller Anleger gebe den Kapitalzuflüssen auch mit Blick auf das vierte Quartal Auftrieb.
Weniger stabil, als die Gesamtsumme vermuten lässt. Seit dem Crash vom 10. Oktober 2025 weisen die ETFs unter dem Strich weiterhin Abflüsse auf. Das damals abgezogene Kapital ist netto noch nicht zurückgekehrt.
Miner, die mit Rechenleistung neue Coins erzeugen, verkauften in diesem Jahr netto Coins im Wert von rund 1,8 Milliarden Dollar. Das entspricht weniger als vier Prozent der gesamten Kapitalzuflüsse.
Die Verkäufe gehen vor allem auf börsennotierte Mining-Unternehmen zurück. Sie halten ihre neu geschürften Coins nicht mehr zurück, sondern verkaufen sie inzwischen. Zum Teil greifen sie sogar auf bestehende Bestände zurück, um Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) zu finanzieren.
Börsennotierte Unternehmen mit Bitcoin in der Bilanz beschaffen Kapital über neue Aktien, Kredite und Vorzugsaktien. Letztere bieten eine feste Dividende.
Laut JPMorgan verlagert sich die Finanzierung zunehmend von Krediten zu Vorzugsaktien. Damit steigen die laufenden Verpflichtungen für Zinsen und Dividenden. Strategy hat dieses Modell eingeführt, inzwischen folgt beispielsweise auch Strive dem Ansatz.
An ausländischen Börsen untersuchte die Bank Perpetual Futures, also Terminkontrakte ohne Laufzeitende, die häufig mit Fremdkapital gehandelt werden. Seit dem Crash ist das Volumen der offenen Kontrakte im Verhältnis zum Wert von Bitcoin und Ether gesunken.
Dennoch liegt dieser Indikator für den Hebeleinsatz weiterhin über dem historischen Durchschnitt. Dadurch können Kursbewegungen erheblich verstärkt werden, wie sich etwa in den vergangenen Tagen gezeigt hat. Eine Welle von Zwangsverkäufen ließ den Bitcoin-Kurs innerhalb von vier Tagen um mehr als sieben Prozent sinken.
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