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Präsident Donald Trump ließ im August Hunderte Millionen Dollar investieren – in Meta-Aktien ebenso wie in Anleihen von SpaceX. Schon die umfangreichen Börsengeschäfte eines amtierenden Präsidenten sind politisch heikel. Der Kauf der SpaceX-Anleihen wirft zusätzliche Fragen auf: Kurz darauf unterzeichnete Trump einen Erlass, von dem die Raumfahrtbranche profitiert.

SpaceX-Anleihen kurz vor Raumfahrt-Erlass gekauft

Das geht aus einer Finanzmeldung an das Office of Government Ethics (OGE) hervor, die US-Behörde für Ethikfragen in der Regierung. Demnach handelt es sich um 517 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen zwischen rund 74 und 273 Millionen Dollar. Der genaue Betrag ist nicht bekannt, da die Meldung lediglich Wertspannen ausweist.

Am 18. August wurden über Trumps Konten Anleihen des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk im Wert von einer bis fünf Millionen Dollar gekauft. Die Anleihen laufen bis Juli 2031 und sind mit 5,35 Prozent verzinst.

Zwei Tage später unterzeichnete Trump ein Präsidialmemorandum zum Raumtransport. Es sieht vor, dass im Jahr 2030 jährlich mehr als 1.000 Starts und Rückkehrmissionen von US-Boden aus stattfinden sollen.

Dafür sollen Genehmigungsverfahren und Umweltprüfungen beschleunigt werden. Zudem sollen Bundesbehörden Unternehmen Zugang zu staatlichen Startanlagen gewähren und private Investitionen in die Raumfahrtinfrastruktur fördern.

SpaceX wird darin nicht namentlich erwähnt. Das Unternehmen führt jedoch bereits Starts für die NASA durch und zählt zu den großen Auftragnehmern des Pentagon. Es dürfte daher in besonderem Maße von einem wachsenden Markt für kommerzielle Raketenstarts profitieren.

Trump war bereits zuvor an SpaceX beteiligt, allerdings in deutlich geringerem Umfang. Im Juni, dem Monat des Börsengangs, und im Juli wurden für sein Portfolio jeweils Aktien im Wert von höchstens 50.000 Dollar gekauft. Der Anleihekauf war damit bis zu hundertmal so groß.

Die größte Transaktion folgte am 21. August: der Kauf von Meta-Aktien im Wert von fünf bis 25 Millionen Dollar. Am selben Tag wurden für das Portfolio auch Aktien von Netflix, Chevron und AT&T erworben, jeweils für eine bis fünf Millionen Dollar.

Warum darf Trump weiterhin Aktien kaufen?

Kein Gesetz verpflichtet einen US-Präsidenten, seine Aktien zu verkaufen. Regierungsbedienstete dürfen an Entscheidungen, die ihre eigenen Anlagen betreffen, nicht mitwirken. Für den Präsidenten gilt diese Regel jedoch nicht. Er muss allerdings jede Transaktion innerhalb von 45 Tagen melden. Insiderhandel bleibt verboten.

Nach Angaben von Davis Ingle, Sprecher des Weißen Hauses, wird das Portfolio von unabhängigen Vermögensverwaltern betreut. Sie nutzten Computermodelle, die Indizes wie den Schwab 1000 abbildeten. Sämtliche Anlageentscheidungen würden ausschließlich von diesen unabhängigen Verwaltern getroffen. Interessenkonflikte gebe es daher nicht, erklärte Ingle.

Richard Painter, unter Präsident George W. Bush oberster Rechtsberater für Ethikfragen, überzeugt das nicht. Gegenüber CNN sprach er von einem Interessenkonflikt. Er werfe Trump zwar kein rechtswidriges Handeln vor, doch dessen Vorgehen erwecke deutlich den Anschein von Korruption.

Unterdessen hat Trump seine Anlageaktivitäten deutlich ausgeweitet. In seinem ersten Amtsjahr 2017 meldete er 86 Aktientransaktionen. Im Jahr 2025 waren es mehr als 21.000, verteilt auf acht Konten mit einem Gesamtvermögen von mindestens 858 Millionen Dollar. Die Zahl der Transaktionen lag damit rund 244-mal so hoch.

Auch in diesem Jahr hielt das hohe Tempo an. Im Juni und Juli wurden für das Portfolio jeweils mehr als 1.000 Transaktionen verzeichnet. Mit 517 Transaktionen war der August sogar ein vergleichsweise ruhiger Monat.

Damit unterscheidet sich Trump deutlich von seinen Vorgängern. Nach Angaben von NPR übertrugen die meisten Präsidenten seit Lyndon Johnson ihr Vermögen in einen Blind Trust. Dabei verwaltet ein Treuhänder die Anlagen, ohne dass der Eigentümer erfährt, was gekauft oder verkauft wird.

Andere verkauften ihre Einzelaktien oder wechselten in breit gestreute Fonds, um finanzielle Verbindungen zu einzelnen Unternehmen zu vermeiden. Gesetzlich vorgeschrieben ist das nicht. Im Weißen Haus galt es jedoch über Jahre als ungeschriebene Regel.

Trumps Investments beschränken sich nicht auf Aktien. Für 2025 meldete er Einnahmen von mehr als 1,4 Milliarden Dollar aus den Kryptoprojekten seiner Familie, vor allem aus World Liberty Financial und seinem eigenen Memecoin.

Auch dafür gibt es keine gesonderten Vorschriften. Ausgerechnet Ethikregeln für den Kryptobesitz hochrangiger Amtsträger trugen Mitte September zum Scheitern des CLARITY Act bei. Das Kryptogesetz erreichte im Senat nicht die erforderlichen 60 Stimmen.

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