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Für Kryptoanleger ist der Blick ins Portfolio derzeit schmerzhaft. Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Ripple (XRP) und fast alle anderen Coins haben deutlich an Wert verloren. Die Verluste reichen bis in den zweistelligen Prozentbereich. Was steckt hinter dem Einbruch?
Der Kryptomarkt hatte bereits an Schwung verloren. Schon in den vergangenen Tagen korrigierten die Kurse, nun hat sich der Rückgang beschleunigt.
Als Ursache werden derzeit häufig die historisch hohen Anleiherenditen in den USA und anderen Teilen der Welt genannt. Sie steigen schon seit Längerem deutlich. Dahinter stehen anhaltend hohe Haushaltsdefizite, wachsende Staatsschulden, zunehmende Inflationssorgen wegen steigender Ölpreise und der enorme Kapitalbedarf für KI-Investitionen.
Das setzt Anlagen wie Bitcoin unter Druck, die selbst keine Zinsen abwerfen. Zu Kursverlusten muss das aber nicht zwangsläufig führen, wie die vergangenen Monate erneut gezeigt haben.
Bitcoin ist nun an einem Widerstand gescheitert, an dem bereits seit Anfang vergangenen Jahres viel gehandelt wurde. Rund um die Marke von 87.000 Dollar traf der Kurs auf erheblichen Verkaufsdruck. Das löste eine Reihe von Liquidationen aus, die den Rückgang beschleunigten.

Nach dem starken Kursanstieg hatten zahlreiche Händler mit Hebel auf weitere Gewinne gesetzt. Die anschließende Korrektur brachte diese Positionen unter Druck.
Die Händler müssen ihre Positionen schließen, also ihre Bitcoins verkaufen. Das drückt den Kurs weiter, löst zusätzliche Liquidationen aus und setzt eine Kettenreaktion in Gang, die den Rückgang erheblich beschleunigen kann.
Gestern wurden bereits Long-Positionen im Wert von 650 Millionen Dollar liquidiert, heute kamen weitere 930 Millionen Dollar hinzu. Zwischen 78.000 und 80.500 Dollar liegen noch zahlreiche Positionen, denen ebenfalls eine Liquidation droht.
Positiv ist dagegen, dass sich zwischen 82.000 und 90.000 Dollar Positionen konzentrieren, deren Volumen etwa sechsmal so groß ist. Solche Konzentrationen gelten unter Händlern häufig als Kursmagnet. Große Marktteilnehmer suchen Liquidität, um ihre Aufträge auszuführen. In diesem Bereich ist sie reichlich vorhanden.
Bitcoin hält sich weiterhin in der Ausbruchszone zwischen rund 81.000 und 82.500 Dollar. Sollte sich der Kurs etwas weiter erholen, könnte sich die Kettenreaktion umkehren. Ein solcher Vorgang wird als Short Squeeze bezeichnet.
Positiv ist auch, dass Bitcoin weiterhin über seiner 50-Tage-Linie notiert. Die Kurslage bleibt allerdings fragil.

Die aktuellen Kursverluste im Überblick:
Bitcoin notiert derzeit bei 81.450 Dollar und damit 2,23 Prozent unter dem Stand von gestern. Im Vergleich zu den deutlichen Verlusten der meisten Altcoins fällt dieser Rückgang noch moderat aus.
Ethereum verliert 4,56 Prozent, XRP 5,12 Prozent und Solana (SOL) 7,12 Prozent. Zcash (ZEC) liegt sogar 12,85 Prozent im Minus. NEAR Protocol (NEAR) ist mit einem Rückgang von 14,34 Prozent der größte Verlierer unter den Top 100.
Noch vor einer Stunde waren die Verluste sogar etwas größer.
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