Neue E-Mails, die vom US-Justizministerium (DOJ) veröffentlicht wurden, zeigen, dass Jeffrey Epstein 2014 eine frühzeitige Investition in die US-Kryptobörse Coinbase tätigte. Bemerkenswert ist, dass die Führung von Coinbase offenbar über seine Beteiligung informiert war.
Bedeutende Investition in Coinbase
Den E-Mails zufolge investierte Epstein im Dezember 2014 drei Millionen Dollar in Coinbase, während der sogenannten Series C-Finanzierungsrunde. Der Deal wurde über Blockchain Capital abgewickelt, den Investmentfonds des Krypto-Unternehmers Brock Pierce, der auch Mitbegründer des USDT-Herausgebers Tether ist.
Die Investition erfolgte nicht über einen Fonds, sondern über Epsteins eigenes Unternehmen IGO Company LLC. In Dokumenten aus Ende 2014 ist buchstäblich ein Betrag von 3.001.000 Dollar als „Kauf von Coinbase“ vermerkt.
Epstein war ein amerikanischer Finanzier, der weltweit wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und seiner umfangreichen Strafsache berüchtigt wurde. Er baute über Jahre ein Netzwerk aus mächtigen Politikern, Geschäftsleuten und Wissenschaftlern auf, während er über seine Investmentvehikel große Geldsummen für wohlhabende Kunden verwaltete. 2019 wurde er erneut verhaftet, verstarb jedoch später im selben Jahr in seiner Zelle.
Coinbase-Gründer wusste von den Investitionen
Aus den freigegebenen E-Mails geht hervor, dass Fred Ehrsam, Mitbegründer von Coinbase, persönlich wusste, dass die Investition im Namen von Epstein getätigt wurde. In einer E-Mail vom 3. Dezember 2014 fragte Ehrsam, ob er Epstein in New York treffen könne: „Es wäre schön, ihn kennenzulernen, wenn es passt. Ist das für ihn wichtig?“

Später an diesem Tag teilte Blockchain Capital mit, dass die Investition fortgesetzt werden könne, und die Zahlungsdaten von Coinbase wurden an Epsteins Assistenten weitergeleitet.
Wertexplosion von Coinbase
Die Investition wurde bei einer Unternehmensbewertung von 400 Millionen Dollar getätigt. Heute ist Coinbase etwa 51 Milliarden Dollar wert. Laut E-Mails verkaufte Epstein 2018 die Hälfte seiner Coinbase-Beteiligung zurück an Blockchain Capital für nahezu 15 Millionen Dollar. Die andere Hälfte scheint er behalten zu haben, wovon er selbst seit seinem Tod 2019 nicht mehr profitieren konnte.

E-Mail zeigt, dass Epstein 50% seiner Coinbase-Aktien verkaufte. – Quelle X
Auch Investition in Blockstream
Neben Coinbase hat Epstein offenbar auch in Blockstream investiert, ein bedeutendes Bitcoin-Unternehmen. CEO Adam Back bestätigte dies 2014, betonte jedoch, dass es sich um eine indirekte und vorübergehende Investition handelte. Das beteiligte Fonds verkaufte später seine Anteile wegen möglicher Interessenkonflikte.
Epstein-Dokumente zeigen frühe Machtkämpfe in Krypto
Eine E-Mail aus 2014, ebenfalls aus den Epstein-Dokumenten, zeigt, dass es schon früh viel Uneinigkeit in der Krypto-Welt gab. In der Mail übt Unternehmer Austin Hill Druck auf Investoren, darunter Jeffrey Epstein, aus, sich zwischen Bitcoin und konkurrierenden Projekten wie Ripple und Stellar zu entscheiden.
Laut David Schwartz, ehemaliger Technischer Direktor von Ripple, zeigen die E-Mails, wie tief die Uneinigkeit damals schon saß. Dieser frühe Kampf bremste die Zusammenarbeit und zeigt gleichzeitig, dass schon früh viele einflussreiche und bekannte Persönlichkeiten in der Krypto-Welt aktiv waren.
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