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Der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran zieht sich hin und sorgt für wachsende Spannungen auf den Weltmärkten. In Europa wächst die Sorge darüber, welche Folgen das für die Wirtschaft haben könnte. In Belgien wird mittlerweile sogar vor einer Krise gewarnt. Das Land ist nämlich schwächer aufgestellt als bei früheren Krisen.
Während der Energiekrise 2022, ausgelöst durch den russischen Einmarsch in die Ukraine, griff die belgische Regierung entschlossen ein. Haushalte erhielten Unterstützung durch Prämien, Energiekostenzuschüsse und Rabatte auf ihre Energierechnungen. Das kostete den Staat Milliarden Euro.
Nun steigen die Öl- und Gaspreise erneut rapide an. Nur ist das finanzielle Polster dieses Mal fast vollständig verschwunden. Aufgrund hoher Defizite und steigender Kosten ist kaum noch Spielraum für neue Hilfsmaßnahmen vorhanden.
Pierre Wunsch, Gouverneur der Belgischen Nationalbank, äußert sich dazu deutlich. In einem Interview in der belgischen Sendung „Terzake“ sagt er: „Unsere Fähigkeit, umfassende Maßnahmen zu ergreifen, um den Schock für die gesamte Bevölkerung abzufedern, ist zu teuer, und dafür verfügen wir nicht mehr über die Mittel.“
Das bedeutet, dass eine breit angelegte Unterstützung, wie im Jahr 2022, nicht mehr realisierbar sei. Nur gezielte Hilfe für gefährdete Gruppen scheint noch in Frage zu kommen.
Obwohl die aktuelle Situation noch nicht so schwerwiegend ist wie während der letzten Krise, nimmt die Unsicherheit rapide zu. Wunsch warnt, dass ein lang anhaltender Konflikt erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben könnte.
„Wenn der Krieg andauert… ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Märkte reagieren“, sagte er gegenüber den politischen Entscheidungsträgern.
Die Spannungen konzentrieren sich vor allem auf die Blockade der Straße von Hormuz. Seit den Angriffen der USA und Israels Ende Februar hat der Iran diese wichtige Route teilweise gesperrt. Über diese Meerenge werden etwa 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert, wodurch die Auswirkungen auf den Energiemarkt enorm sind.
Infolgedessen schnellen die Energiepreise in die Höhe. Ein Barrel Öl kostet mittlerweile über 112 Dollar. Vor der Eskalation lag der Preis noch bei rund 65 Dollar. Das ist ein Anstieg von mehr als siebzig Prozent.
Höhere Energiepreise treffen die Wirtschaft direkt. Unternehmen zahlen mehr für Transport und Produktion. Verbraucher haben weniger Geld übrig. Das bremst das Wachstum und erhöht das Risiko einer Rezession in Belgien.
Auch international werden Warnungen laut. Larry Fink, CEO des Vermögensverwalters BlackRock, warnt davor, dass ein Ölpreis von 150 Dollar eine weltweite Rezession auslösen könnte, die Jahre andauern könnte.
In Europa bereiten sich die Länder bereits auf verschiedene Weise vor. Die Europäische Kommission ruft zur Energieeinsparung auf, etwa durch weniger Fliegen, weniger Autofahren und mehr Homeoffice.
In Europa bereiten sich einzelne Länder auf unterschiedliche Weise vor. Die Europäische Kommission ruft zu Energiesparmaßnahmen auf: weniger Fliegen, weniger Autofahren, mehr Homeoffice.
Einige Länder haben bereits konkrete Maßnahmen ergriffen. Spanien schnürte ein milliardenschweres Hilfspaket mit Steuersenkungen auf Energie und Kraftstoff sowie Unterstützung für Haushalte und Unternehmen. Auch Italien senkte vorübergehend die Kraftstoffsteuer und stützt Betriebe – vor allem im Transportsektor.
In Griechenland gilt eine Obergrenze für Gewinnmargen bei Kraftstoff und Supermärkten. Damit will die Regierung verhindern, dass Unternehmen in der Krise übermäßige Gewinne einfahren.
Deutschland wählte einen anderen Weg als seine Nachbarn. Die Bundesregierung schnürte drei umfangreiche Entlastungspakete mit Maßnahmen wie einer Strom- und Gaspreisbremse, mehr Wohngeld und dem Abbau der kalten Progression im Gesamtwert von fast 300 Milliarden Euro.
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