Ein Entwickler behauptet, dass er eine der bekanntesten verlorenen Bitcoin-Wallets aus der frühen Geschichte des Netzwerks wiederherstellen kann. Es handelt sich um die Wallet eines Nutzers, der als „Stone Man“ bekannt ist und in der 8.999 Bitcoin feststecken.
Zum aktuellen Kurs hat diese Wallet einen Wert von etwa 700 Millionen Dollar. Die Coins wurden seit fast sechzehn Jahren nicht bewegt. Sollte die Behauptung zutreffen, wäre dies eine der größten Bitcoin-Wiederherstellungen aller Zeiten.

Wie Stone Man seine Bitcoin verlor
Stone Man kaufte im Jahr 2010 insgesamt 9.000 Bitcoin (BTC). Damals nutzte er eine frühe Version der Bitcoin-Software, Client 0.3.2, von einer Linux-Boot-CD.
Nachdem er 1 Bitcoin an eine eigene Adresse gesendet hatte, erstellte die Software automatisch eine sogenannte Change-Adresse für die restlichen 8.999 Bitcoin. Dieses Verhalten ist normal: Der ungenutzte Teil einer Transaktion wird an eine neue Adresse in der Wallet zurückgeschickt.
Hier kam es zum Fehler. Beim Herunterfahren des Computers wurde die aktualisierte wallet.dat-Datei von der Boot-CD gelöscht. Seine Sicherungskopie enthielt die neue Change-Adresse nicht. Daher blieben die 8.999 Bitcoin auf einer Adresse, deren Private Key er nicht gespeichert hatte, gefangen.
Neue Tool nutzt GPU-Leistung
Ein Reddit-Nutzer mit dem Namen CompetitiveRough8180 behauptet nun, ein neues Tool entwickelt zu haben, das die Wallet möglicherweise knacken kann. Das Tool nutzt CUDA, eine Technologie, die es Grafikkarten ermöglicht, riesige Mengen an Berechnungen gleichzeitig durchzuführen.
Laut dem Entwickler nutzt das Tool die schwache Entropie in frühen Bitcoin-Wallets aus. Entropie beschreibt die Zufälligkeit, die benötigt wird, um starke private Keys zu generieren. Wenn diese Zufälligkeit in alter Software weniger stark als gedacht war, könnte der Suchraum kleiner werden.
Dadurch wird Brute Force theoretisch weniger unmöglich. Anstatt endlos alle möglichen Schlüssel zu probieren, könnte das Tool gezielter innerhalb eines viel kleineren Bereichs suchen.
Behauptung muss noch bewiesen werden
Dennoch ist Vorsicht geboten. Es gibt noch keinen Beweis dafür, dass der Entwickler die Wallet tatsächlich öffnen kann. Eine Behauptung über eine verlorene Wallet im Wert von 700 Millionen Dollar zieht natürlich viel Aufmerksamkeit auf sich, aber ohne überprüfbare Transaktion bleibt es vorerst Spekulation.
Die Messlatte liegt hoch. Bitcoin-Private Keys sind normalerweise praktisch unmöglich zu erraten. Nur wenn tatsächlich ein Fehler bei der Generierung des Schlüssels in der alten Wallet vorlag, könnte es eine Chance geben.
Daher ist der Unterschied zwischen „technisch interessant“ und „erfolgreich geknackt“ beträchtlich. Erst wenn die 8.999 Bitcoin tatsächlich bewegt werden, wissen wir, ob die Methode funktioniert.
Größere Auswirkungen auf alte Wallets
Falls das Tool funktioniert, könnte das Auswirkungen auf weitere alte Bitcoin-Wallets haben. Schätzungen zufolge sind Millionen von Bitcoin durch vergessene Passwörter, defekte Festplatten, gelöschte Wallet-Dateien und schlechte Backups verloren gegangen.
Viele dieser Coins stammen aus den Anfangsjahren von Bitcoin, als die Nutzer weniger vorsichtig waren und die Software noch wesentlich unreifer war. Backup-Praktiken waren primitiv und Wallet-Wiederherstellungsdienste gab es kaum.
Eine funktionierende Methode zur Wiederherstellung bestimmter früher Wallets könnte daher weit über die Geschichte von Stone Man hinausreichen.
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