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Nach Jahren des Preisdrucks und wirtschaftlicher Flaute gibt es erstmals vorsichtige Optimismus aus Deutschland. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes Destatis deuten auf eine abkühlende Inflation und Wachstumszeichen hin. Was steckt dahinter?
Im Jahr 2025 lag die Inflation in Deutschland im Durchschnitt bei 2,2 Prozent, genau auf dem Niveau des Vorjahres. Damit hat sich der starke Preisanstieg der Corona-Jahre und der Energiekrise deutlich abgeschwächt. 2022 betrug die Inflation noch 6,9 Prozent und 2023 5,9 Prozent.
Auffällig ist, dass die Inflation im Dezember 2025 auf 1,8 Prozent sank. Dies ist das erste Mal, dass die Inflation in diesem Jahr unter die Zwei-Prozent-Marke fiel. Laut Destatis weist dies auf eine weitere Abkühlung gegen Jahresende hin. Zudem liegt sie unter dem Durchschnitt der Eurozone von 2,0 Prozent.
Die Kerninflation, die Nahrungsmittel und Energie ausklammert, lag im Dezember bei 2,4 Prozent. Energie verbilligte sich in diesem Monat durchschnittlich um 1,3 Prozent, während die Lebensmittelpreise nur um 0,8 Prozent stiegen.
Neben den Nachrichten zur Inflation ist auch das Wirtschaftswachstum bemerkenswert. 2025 wuchs die deutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent. Es ist das erste Wachstum seit 2021, nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren der Schrumpfung.
Laut Destatis ist die bescheidene Erholung vor allem auf höhere Ausgaben durch Haushalte und den Staat zurückzuführen. Im letzten Quartal 2025 gab es erneut ein Plus von 0,2 Prozent, was zur positiven Jahresbilanz beitrug.
Dennoch gibt es Grund zur Vorsicht. Der Export sank das dritte Jahr in Folge, die Industrieproduktion schrumpfte um 1,3 Prozent und im Bausektor gab es sogar einen Rückgang von 3,6 Prozent. Der Arbeitsmarkt blieb stabil, verlor jedoch Arbeitsplätze im Industriesektor.
Die Bundesbank erwartet, dass die deutsche Wirtschaft das begonnene Wachstum fortsetzen kann. Für 2026 wird ein Wachstum von 0,6 Prozent prognostiziert, das bis 2027 auf 1,3 Prozent ansteigen soll. Dazu tragen geplante Milliardeninvestitionen in Infrastruktur und Nachhaltigkeit bei.
Damit scheint der größte wirtschaftliche Motor Europas langsam wieder in Schwung zu kommen, wenngleich Risiken bestehen bleiben. Die Inflation ist zwar auf einem beherrschbaren Niveau, doch geopolitische Spannungen, internationale Konkurrenz und innerstaatliche Reformen bleiben entscheidend für die weitere Erholung.
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