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Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist in dieser Woche deutlich gestiegen. Auslöser war, dass die US-Notenbank, die Federal Reserve, den Leitzins zwar um 0,25 Prozentpunkte senkte, zugleich aber vorsichtiger auftrat, als Anleger erwartet hatten.
Es war eine sogenannte „hawkish“ Zinssenkung: ein Zinsschritt, der auf dem Papier Lockerung bedeutet, in der Praxis aber auf vorsichtiges Vorgehen hindeutet.
„Die Fed hat zwar die Zinsen gesenkt, doch Tonlage und Details der Entscheidung waren keineswegs expansiv“, so der unter Pseudonym auftretende EndGame Macro.
Die Notenbank räumte in ihrer Erklärung ein, dass die Inflation seit Jahresbeginn wieder etwas angezogen hat. Zugleich kündigte sie an, ab dem 1. Dezember den Bilanzabbau – das sogenannte Quantitative Tightening – zu beenden und fällig werdende Hypothekenpapiere stattdessen in kurzlaufende Staatsanleihen (T-bills) umzuschichten.
Das klingt nach zusätzlicher Stütze für den Markt, ist es aber nicht. „Das ist kein Gelddrucken, das ist Liquiditäts-Triage“, erläutert EndGame Macro. „Die Fed stabilisiert die kurzen Zinsen, indem sie kurzfristige Mittel refinanziert, überlässt die langen Zinsen jedoch sich selbst.“
Weil sich die Fed aus dem Markt für langlaufende Anleihen zurückzieht, müssen Investoren nun selbst mehr Risiko nehmen, um diese Papiere zu halten. Das treibt die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe, also das sogenannte „long end“ der Renditekurve, nach oben.
„Anleger werten das als Signal, dass die Fed die langfristigen Zinsen nicht mehr dämpfen wird“, so EndGame Macro. „Sie repariert die Leitungen im Finanzsystem, pumpt aber keine neue Liquidität in den Markt.“
Die Botschaft von Fed-Chef Jerome Powell war nach Einschätzung von Analysten klar: Die Notenbank will die Wirtschaft stabilisieren, nicht stimulieren. Das hält die Realzinsen hoch und dämpft die Erwartung schneller weiterer Zinssenkungen.
Oder wie EndGame Macro es zusammenfasst: „Die Rendite der Zehnjährigen stieg nicht, weil die Konjunkturaussichten besser wären, sondern weil die Fed klar gemacht hat, dass sie die lange Marktseite nicht mehr auffängt. Der Preis für langes Geld wurde schlicht neu festgesetzt.“
Sollten die langen Zinsen weiter steigen, dürfte das die Wirtschaft theoretisch bremsen – und könnte dem Bitcoin Kurs wehtun.
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