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Deutschland will die Steuerregeln für Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen deutlich ändern. Nach geltendem Recht können Anleger ihre Gewinne unter bestimmten Voraussetzungen vollständig steuerfrei vereinnahmen. Finanzminister Lars Klingbeil will diesen Vorteil beschneiden und hat dafür einen neuen Gesetzentwurf vorgelegt.

Steuersatz von 25 Prozent

Das Bundesfinanzministerium will Gewinne aus Bitcoin, Ethereum (ETH) und anderen Kryptowährungen künftig wie Erträge aus Aktien behandeln. Dafür soll ein Steuersatz von 25 Prozent gelten.

Die Bundesregierung rechnet ab 2028 mit deutlichen Mehreinnahmen durch die neuen Regeln. Dem Gesetzentwurf zufolge geht es um rund 350 Millionen Euro pro Jahr.

Die Änderung soll für Krypto gelten, die nach dem 1. Januar 2027 gekauft wird. Für Anleger entfällt damit ein wichtiger Vorteil des bisherigen deutschen Steuersystems.

Derzeit sind Gewinne aus Krypto vollständig steuerfrei, wenn Coins länger als ein Jahr gehalten werden. Bei einem Verkauf innerhalb eines Jahres wird der Gewinn mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Dieser kann bis zu 45 Prozent betragen.

Freibetrag von 1.000 Euro bleibt

Nicht jeder Gewinn wird künftig automatisch besteuert. Anleger können weiterhin den bestehenden jährlichen Freibetrag für Kapitalerträge nutzen. Er liegt derzeit bei 1.000 Euro pro Person.

Auch der tatsächliche Steuersatz kann niedriger ausfallen. Liegt der persönliche Steuersatz eines Anlegers unter 25 Prozent, kann über die Steuererklärung ein geringerer Satz angewendet werden.

Zudem will die Regierung ermöglichen, Verluste aus Krypto mit Gewinnen aus Aktien und anderen Wertpapieren zu verrechnen. Damit würden Krypto und klassische Anlagen steuerlich stärker gleichbehandelt.

Deutschland will steuerliche Ungleichbehandlung beenden

Die Kryptosteuer ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets, mit dem Deutschland Steuerbetrug und Geldwäsche bekämpfen will. Dabei nimmt die Regierung auch den Steuervorteil ins Visier, den Kryptoinvestoren derzeit nutzen können.

Aus Sicht eines Ministeriumsvertreters ist dieser Vorteil kaum zu rechtfertigen. „Es ist schwer vermittelbar, wenn Arbeitseinkommen und Kapitalerträge besteuert werden, Gewinne aus Kryptospekulationen aber weitgehend steuerfrei bleiben“, sagte die Person.

Beschlossen sind die Pläne noch nicht. Zunächst müssen sich andere Bundesministerien zu dem Gesetzentwurf äußern. Mit dem gesamten Maßnahmenpaket will die Bundesregierung am Ende rund eine Milliarde Euro zusätzlich einnehmen.

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