Das Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis hat seinen jährlichen Bericht veröffentlicht, in dem die Bilanz der Hacks in der Kryptobranche gezogen wird.

Im Jahr 2024 wurde ein Gesamtbetrag von 2,2 Milliarden Dollar an gestohlenen Vermögenswerten registriert, was einem Anstieg von 21 % gegenüber 2023 entspricht. Auch die Anzahl der Vorfälle nahm zu: von 282 im Jahr 2023 auf 303 im Jahr 2024.

Die nordkoreanische Hackerplage

In der ersten Hälfte des Jahres 2024 waren vor allem dezentrale Finanzplattformen (DeFi) die Hauptziele von Cyberkriminellen. Später im Jahr verlagerte sich der Fokus auf zentralisierte Plattformen. Einige bemerkenswerte Vorfälle:

  • DMM Bitcoin (Mai): 305 Millionen Dollar gestohlen
  • WazirX (Juli): 234,9 Millionen Dollar Verlust

Diese Hacks verdeutlichen die anhaltende Verwundbarkeit sowohl von DeFi- als auch von traditionellen Kryptoplattformen.

Ein großer Teil der gestohlenen Vermögenswerte wird Hackergruppen mit Verbindungen zu Nordkorea zugeschrieben. Im Jahr 2024 stahlen diese Gruppen schätzungsweise 1,34 Milliarden Dollar, verteilt auf 47 Vorfälle, was 61 % aller Kryptodiebstähle ausmacht. Dies entspricht einem Anstieg von 102 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Aktivitäten nordkoreanischer Hacker stellen nicht nur eine Bedrohung für die Kryptoindustrie dar, sondern werfen auch größere geopolitische Fragen auf. Es wird vermutet, dass die gestohlenen Vermögenswerte zur Finanzierung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketenprogrammen verwendet werden.

Private Keys bleiben Schwachstelle

Ein bedeutender Anteil der Diebstähle im Jahr 2024, nämlich 43,8 %, ging auf Angriffe auf Private Keys zurück. Zentralisierte Dienste, die oft große Mengen an Kryptowährungen verwalten, erwiesen sich als besonders anfällig.

Nach dem Zugriff auf Private Keys verwenden Hacker Krypto-Mixer und Brücken, um die Vermögenswerte zu waschen. Dies erschwert die Nachverfolgung erheblich.

Rückgang der Hackeraktivitäten nach Juli

Interessanterweise ging die Intensität der Hackeraktivitäten nach Juli zurück. In der ersten Jahreshälfte 2024 wurde ein Höchststand an gestohlenen Vermögenswerten verzeichnet, doch diese Tendenz flachte anschließend ab. Warum dieser Rückgang eintrat, ist unklar.

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