Brasilien unternimmt einen bemerkenswerten Schritt in Richtung Kryptowährungen. Im Kongress liegt ein neues Gesetzesvorhaben vor, das die Finanzpolitik des Landes grundlegend verändern könnte. Der Plan sieht die Einrichtung einer nationalen strategischen Bitcoin-Reserve vor.
Bitcoin als nationale Reserve?
Das brasilianische Kongress befasst sich mit einem Gesetzesvorschlag zur Gründung einer Strategischen Bitcoin-Reserve. Das Ziel ist ehrgeizig: Innerhalb von fünf Jahren möchte Brasilien mindestens 1 Million Bitcoin (BTC) besitzen.
Bei einem aktuellen Kurs von 66.800 Dollar entspricht das einem Wert von über 68 Milliarden Dollar. Diese enorme BTC-Reserve soll als strategisches Vermögen dienen, das Schutz vor Inflation, finanzieller Repression und der Gefahr der Beschlagnahme ausländischer Vermögenswerte bietet.
Falls Brasilien diese Pläne umsetzt, würde es die mit Abstand größte nationale Bitcoin-Reserve weltweit besitzen, größer als die geschätzten Bestände der USA oder Chinas. Laut Daten von BitcoinTreasuries verfügt die US-Regierung derzeit über etwa 328.372 BTC.
Es kursieren schon länger Gerüchte, dass Venezuela möglicherweise eine riesige Bitcoin-Reserve von etwa 600.000 BTC angehäuft hat, doch dies bleibt Spekulation ohne überprüfbare Beweise.
Der Vorschlag Brasiliens dreht sich zudem um den aktiven Erwerb von Bitcoin. Das ist bemerkenswert, da in Ländern wie den USA der staatliche Besitz von BTC hauptsächlich aus Justizbeschlagnahmen stammt.
Die USA kaufen also selbst keine Bitcoin auf dem Markt. Im vergangenen Sommer äußerte Finanzministerin Bessent jedoch, dass aktive Käufe in Erwägung gezogen werden, doch es gibt noch keine konkreten Pläne.
Umfassende Krypto-Gesetzgebung in Sicht
Der Vorschlag beschränkt sich zudem nicht nur auf den Aufbau einer Reserve. In dem Text stehen weitere weitreichende Pläne. So soll in Zukunft möglicherweise erlaubt werden, dass Bürger ihre Bundessteuern mit Bitcoin bezahlen können.
Auch wird über ein Verbot des Verkaufs von beschlagnahmten BTC durch den Staat gesprochen, diese sollen dauerhaft in der Staatskasse verbleiben.
Darüber hinaus sind Steuervergünstigungen und andere Anreize für Unternehmen geplant, die Bitcoin minen oder langfristig halten. Laut den Initiatoren trägt dies zum Aufbau einer „digitalen wirtschaftlichen Souveränität“ für Brasilien bei.
Zentralbank noch nicht überzeugt
Dennoch ist das Gesetzesvorhaben noch längst nicht gesichert. Die brasilianische Zentralbank hat bereits mitgeteilt, dass sie Bitcoin (noch) nicht als offizielles Reserveaktivum anerkennt. Das könnte zu rechtlichen und monetären Konflikten führen, sollte der Gesetzesvorschlag tatsächlich angenommen werden.
Zudem muss das Gesetz erst noch mehrere Ausschüsse durchlaufen, bevor das Kongress eine endgültige Entscheidung trifft. Sollte der Vorschlag angenommen werden, könnte dies einen Wendepunkt in der globalen Bitcoin-Adoption durch Regierungen darstellen.
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