Die Finanzwelt könnte am Beginn einer neuen Ära stehen, in der Technologie eine entscheidendere Rolle spielt als je zuvor. In seinem jährlichen Brief beschreibt BlackRock-CEO Larry Fink, wie Entwicklungen wie Tokenisierung und digitale Wallets das Investieren verändern könnten.
Laut Fink liegt darin die Chance, mehr Menschen Zugang zum Markt zu verschaffen – etwas, das derzeit noch alles andere als selbstverständlich ist.
BlackRock sieht Potenzial in der Blockchain
Nicht alle profitieren laut Fink derzeit von wirtschaftlichem Wachstum. Vor allem diejenigen mit bereits bestehenden Investitionen oder Vermögen sehen ihr Geld wachsen. Viele andere bleiben zurück. „Kapitalismus funktioniert, aber nicht für genug Menschen“, schreibt er.
Um dieses Problem anzugehen, sieht BlackRock Chancen in der Tokenisierung. Dabei werden Investments digital auf der Blockchain abgebildet, was schnelleren und kostengünstigeren Handel ermöglicht. Dies betrifft beispielsweise Fonds, Anleihen und ETFs, die dadurch leichter handelbar werden.
Ein wesentlicher Bestandteil davon sind digitale Wallets. Diese werden derzeit hauptsächlich zum Geldversand oder zur Aufbewahrung von Kryptowährungen genutzt. Laut Fink könnten sie in Zukunft jedoch auch zur Verwaltung aller Investitionen dienen.
„Stellen Sie sich vor, dass die gleiche digitale Wallet es Ihnen auch ermöglicht, in eine breite Mischung von Unternehmen langfristig zu investieren, genauso einfach wie eine Überweisung“, so Fink.
Laut Fink steht diese Entwicklung noch am Anfang. Er vergleicht die gegenwärtige Phase mit dem Internet im Jahr 1996. Es sei unwahrscheinlich, dass das bestehende System über Nacht abgelöst werde; vielmehr werde es schrittweise in die traditionellen Finanzmärkte integriert.
BlackRock verwaltet Milliarden in Krypto
BlackRock setzt bereits umfangreich auf diese Entwicklungen. Das Unternehmen verwaltet das BlackRock USD Institutional Digital Liquidity Fund (BUIDL), das als größtes tokenisiertes Fonds der Welt gilt. Zudem verwaltet BlackRock rund 65 Milliarden Dollar in Stablecoin-Reserven und etwa 80 Milliarden Dollar in Krypto-ETFs.
BUIDL funktioniert im Wesentlichen als ein relativ konservatives Fonds, das in US-Staatsanleihen investiert, ähnlich einem digitalen Sparfonds. Das Fonds ist vollständig auf der Blockchain abgebildet, wobei Investoren Tokens kaufen, die ihren Anteil repräsentieren und täglich Zinsen erhalten.
BlackRock ist nicht der einzige Akteur, der sich dieser Entwicklung widmet. Auch andere Finanzgiganten ziehen nach. State Street startete Anfang 2026 eine Plattform zur Tokenisierung von traditionellen Finanzprodukten für Großkunden. Banken können über solche Systeme Assets tokenisieren und gleichzeitig verwalten und aufbewahren.
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